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Habilitation trotz schlechter Chancen auf eine Universitätskarriere?

Habilitation trotz schlechter Chancen auf eine Universitätskarriere?© lusi - stock.xchng

Derzeit bin ich Assistenzärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Psychiatrie an einer Uniklinik. Im Frühjahr plane ich, mich für die Facharztprüfung anzumelden. Insgesamt bin ich seit über 7 Jahren als Ärztin in verschiedenen Bereichen tätig und habe auch schon mehrere Publikationen. Nun wird von mir erwartet, dass ich mich für eine kumulative Habilitation anmelde.

In diesem Verfahren müsste ich innerhalb von 2 Jahren 4 weitere Publikationen veröffentlichen, was sicherlich möglich aber zeit- und arbeitsintensiv wäre.

Da die Chancen für eine Universitätskarriere insgesamt eher schlecht stehen, und ich bislang keinen richtigen "Mentor" habe, wäre nun meine Frage, ob eine Habilitation für meinen Lebenslauf sinnvoll wäre oder unter Umständen sogar hinderlich sein könnte? Also zum Beispiel für eine Stellung in der Industrie oder in einem peripheren Krankenhaus?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Zum ThemaGrundsätzlich würden wir Ihnen nachdrücklich anraten wollen, ein Habilitationsprojekt nur dann zu beginnen, wenn Sie von der Sinnhaftigkeit eines derartigen Vorhabens überzeugt sind. Gleichwohl eine kumulative Habilitation gegenüber dem klassischen Habilitationsverfahren (Monographie) in zeitlicher Hinsicht durchaus Vorteile bieten kann, ist eine Habilitation nach wie vor mit gehörigem zeitlichen und persönlichen Einsatz verknüpft.

Insoweit sollten Sie ein Habilitationsverfahren nicht aus reiner Gefälligkeit gegenüber Ihrer Dienstvorgesetzten oder Dienstvorgesetztem beginnen. Ob Sie durch den Titel "Privatdozentin" Ihre Berufschancen erhöhen, lässt sich in abstractum nicht beantworten. Fest steht jedenfalls, dass die Privatdozentur und die darauf aufbauende Verleihung des Titels "außerplanmäßiger Professor" in peripheren Häusern nach wie vor als Voraussetzung für eine Chefarztstelle gilt. Bezüglich einer industriellen Karriere wird es regelmäßig nicht auf eine Habilitation ankommen.

Zusammenfassend möchten wir feststellen, dass Sie ein Habilitationsprojekt nur dann avisieren sollten, falls Sie sich der Unterstützung einer Betreuerin oder eines Betreuers sicher sind.
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