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Henkel - Orientierung an der Vision 2050

Von Birk Grüling

Konsumgüterhersteller Henkel möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass man auch noch 2050 gut auf der Erde leben kann. Eine wichtige Unternehmensstrategie ist dabei die Senkung des Ressourcenverbrauchs.

Henkel - Orientierung an der Vision 2050© HenkelHenkel verfolgt die Nachhaltigkeitstrategie "Vision 2050"
Strategie: Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller gilt in Sachen Nachhaltigkeit als Vorbild unter den DAX-Konzernen. "Wir arbeiten nach der Vision 2050", erklärt Uwe Bergmann, Leiter der Abteilung Sustainability Management bei Henkel. 2050 wird es auf der Erde rund neun Milliarden Menschen geben, so die Schätzung von Experten. "Wir wollen auch dann noch gut auf unserem Planeten leben können. Die Lebensqualität soll steigen und gleichzeitig der Ressourcenverbrauch sinken", führt Bergmann weiter aus. Bis 2030 will Henkel dreimal effizienter werden, d.h. das Unternehmen will den erwirtschafteten Wert im Verhältnis zu seinem ökologischen Fußabdruck verdreifachen. "Unser Wasser- und Energieverbrauch wurde in den letzten zehn Jahren bereits um über 40 Prozent gesenkt", verweist man auf erste Erfolge. So seien Produkte wie Waschmittel deutlich effizienter geworden, vor allem in der Wirkung bei tieferen Temperaturen. Im Kosmetikbereich wurde für Schaumfestiger gerade mit einem Styling-Pulver ein Alternativprodukt entwickelt, in kleiner Dose und ohne umweltschädliche Treibmittel.

Auch auf Mitarbeiterebene gibt es entsprechende Ansätze, es existieren flächendeckend Teilzeitmodelle für Mütter und Väter und firmeneigene Kitas. Außerdem wurde mit "Miteinander im Team" ein Unternehmensprogramm geschaffen, bei dem die Mitarbeiter in ihrem ehrenamtlichen Engagement unterstützt werden, sowohl mit Freistellung in der Arbeitszeit als auch mit finanziellen Mitteln. Auch die Nachhaltigkeit will man langfristig nach Außen tragen, so werden Mitarbeiter zu Nachhaltigkeitsbotschaftern ausgebildet. Mit dem erworbenen Wissen gehen sie in Grundschulen und Jugendprojekte und sprechen über Möglichkeiten, Ressourcen zu sparen und nachhaltig zu leben.

Kritik für Verwendung von Palmöl

Bei all diesen positiven Ansätzen gibt es aber auch Kritik an der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Für die Produktion von Wasch- und Reinigungsmitteln setzt man in Düsseldorf auf Palmöl. Im Gegensatz zu Erdöl gehört das Pflanzenöl zwar zu den nachwachsenden Rohstoffen, sein Anbau gilt allerdings als fragwürdig. Für die Plantagen wird in Ländern wie Indonesien der Regenwald gerodet. "Wir engagieren uns beim runden Tisch für nachhaltiges Palmöl und arbeiten eng mit NGOs und anderen Unternehmen unserer Branche zusammen", sagt Bergmann. Die Kritik ganz aus der Welt schaffen, kann diese Aussage jedoch nicht. Kritiker wie Greenpeace bezeichnen diesen runden Tisch als "Greenwashing-Instrument der Palmöl-Industrie" und die Vorgaben an die Produzenten gelten als zu niedrig. So haben zwar mehr als 250 Unternehmen den Vertrag unterschrieben, die Abholzung der Regenwälder für Palmöl konnte aber bisher kaum gestoppt werden. Trotz dieses Kritikpunktes gilt Henkel bei Experten fast einhellig als nachhaltiges Unternehmen. Dafür wurde der Konzern auch schon mehrfach unter anderem vom Dow Jones Sustainability Index und dem britischen Nachhaltigkeitsindex "FTSE4GOOD" ausgezeichnet.

academics :: Juni 2013


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