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Hochschulintern vom Mittelbau auf eine Professur?

Hochschulintern vom Mittelbau auf eine Professur?© Rob Friedman - iStockphoto.com

Ich habe meine Promotion hinter mir und arbeite momentan als Lehrer an einer Schule. Ich strebe eine Stelle im akademischen Mittelbau einer Hochschule an. Mittelfristig gesehen interessiere ich mich auch für eine Professur. Nun ist es ja nicht so leicht, hochschulintern vom Mittelbau auf eine Professur zu kommen. Ich habe gehört, dass man hierzu einen Ruf von einer anderen Hochschule benötigt, damit man an der eigenen Hochschule überhaupt zur Bewerbung auf eine Professur zugelassen wird (vorausgesetzt man arbeitet schon im Mittelbau).

Ich würde gerne wissen, wie ich mir einen solchen Ruf erarbeiten kann. Reicht es aus, einen Ruf auf eine befristete W2-Professur oder einen Ruf auf eine W1-Juniorprofessur zu bekommen, wenn man sich später vom Mittelbau an der eigenen Hochschule auf eine ausgeschriebene W3-Professur bewerben möchte? Gibt es hierzu allgemeine Richtlinien oder legt das jede Hochschule selbst für sich fest?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Grundsätzlich ist in den allermeisten Fächern nach wie vor die Habilitation zwingende Voraussetzung für den Ruf auf eine Universitätsprofessur. Die Chancen eines Rufs auf eine Professur hängen also maßgeblich von der Qualität der Habilitation ab. Die Promotion ist hier eher nachrangig zu bewerten. Natürlich ist es auch relevant, bei welchem Habilitationsvater respektive -mutter Sie Ihre Arbeit abgeschlossen und welches "Standing" dieser in der spezifischen Scientific Community hat.

Der "Hausruf" ist in der Tat selten zu verzeichnen (Ausnahmen gibt es nur in medizinischen Fächern). Die Länderhochschulgesetze sehen sogar vor, dass Sie als Mitglied der eigenen Hochschule nur dann auf eine Universitätsprofessur berufen werden können, wenn Sie nach der Promotion die Hochschule gewechselt oder mindestens drei Jahre außerhalb der berufenden Hochschule wissenschaftlich tätig waren. Trotz dieser normativen Grundlagen ist die Hausberufung nach wie vor in den meisten Fächern mit einem gewissen Hautgout behaftet. Dieser wird regelmäßig durch den Ruf einer anderen Hochschule legalisiert.
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