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Hochschulwechsel für die Promotion?

Für die Promotion auf Vertrautes setzen oder doch einen Hochschulwechsel wagen? Anna Tschaut, Vorsitzende des Doktorandennetzwerkes thesis, weiß, wann sich der Wechsel der Hochschule lohnen kann.
Es gibt gute Gründe die Hochschule für die Promotion zu wechseln - aber auch gute Gründe dagegeben
An einer Frage scheiden sich seit jeher die Geister: Sollten angehende Doktoranden an der Universität bleiben, an der sie auch studiert haben, oder sollten sie die Hochschule wechseln? Die einen schwören auf das eine, die anderen auf das andere. Aber was sagen Experten dazu? Eine kleine Umfrage von academics hat ergeben: Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Denn für jede der beiden Optionen gibt es gute Gründe.

Das Promotionsthema kann für den Wechsel ausschlaggebend sein

"Ein Vorteil eines Wechsels kann zum Beispiel sein, dass man eine andere Forschungsumgebung und neue Forschungsansätze kennenlernt", sagt die Vorsitzende des interdisziplinären Wissenschaftler-Netzwerkes Thesis, Anna Tschaut. Ihr Netzwerk bietet Promovierten und Doktoranden die Möglichkeit des Austauschs - inzwischen nehmen mehr als 600 Wissenschaftler dieses Angebot wahr. Bei der Entscheidung für oder gegen die bisherige Hochschule sollten sich Doktoranden auch die Frage stellen, ob das Thema ihrer Promotion vielleicht an einer Universität mit anderem Schwerpunkt besser betreut werden könnte. "Zudem stellt der Abschluss des Studiums einen Einschnitt im Ausbildungs-, Berufs- und Lebensverlauf dar, der sich sicherlich für einen Wechsel anbietet", sagt Tschaut.

Gründe gegen den Hochschulwechsel

Gegen einen Wechsel der Hochschule spricht, dass angehende Doktoranden an ihrer bisherigen Universität bereits wertvolle Kontakte zu Professoren geknüpft haben könnten. An einem neuen Standort müssten diese erst neu aufgebaut werden. Außerdem bleibt den Doktoranden beim Verbleib an ihrem bisherigen Studienort ihr soziales Umfeld erhalten. "Das sind nicht zu unterschätzende Ressourcen, die den Einstieg in die Promotion sehr erleichtern können", sagt Tschaut. Es koste viel Energie, sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen und neue Netzwerke aufzubauen.
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Hochschulwechsel vorab genau prüfen

Wer sich nach Abwägung aller Aspekte für den Wechsel an eine neue Hochschule entscheidet, sollte sich die infrage kommenden Institutionen ruhig einmal genauer anschauen: Passen die Forschungsansätze und Methoden zu Ihrem Vorhaben? Wie ist die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen? Fühlen Sie sich in dem Team wohl? Welche Unterstützung gibt es für Promovierende? Wie sieht die Betreuung aus? Welchen Stellenwert hat die Forschung? "Gerade bei der letzten Frage kann es relevante Unterschiede zwischen den Einrichtungen geben", sagt die Thesis-Vorsitzende Tschaut. Maßnahmen in diesem Bereich seien durchaus auch auf der direkten Arbeitsebene spürbar und könnten Konsequenzen für Promovierende haben.

Nicht selten spielt auch der Ruf einer Hochschule bei der Auswahl eine Rolle. "Auch hier gilt selbstverständlich wie überall, dass ein guter Name natürlich Eindruck machen kann", sagt Tschaut. Die Reputation einer Hochschule könne später als zusätzlicher Türöffner wirken - jedoch zähle in der Wissenschaft vor allem die Leistung, die jemand während oder nach seiner Promotion erbringt. "Mit dieser muss man überzeugen", sagt Tschaut. Da spiele das Renommee einer Einrichtung insgesamt eine eher untergeordnete Rolle.
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© academics
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