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Ist ein Hochschullehrer weisungsfrei?

VON ULRIKE PREIßLER

Die wissenschaftliche Arbeit eines Professors erfordert sowohl eine zeitlich als auch eine örtlich flexible Gestaltung. Inwieweit dürfen Vorgesetzte hier Vorgaben machen?

Ist ein Hochschullehrer weisungsfrei?© Riccardo Piccinini - Fotolia.comDie weisungsfreihe Aufgabenerledigung ist im Grundgesetz garantiert
In den Hochschulgesetzen ist geregelt, dass die Hochschullehrer die ihrer Hochschule obliegenden Aufgaben in Wissenschaft und Kunst, Forschung, Lehre, Selbstverwaltung und Weiterbildung in ihren Fächern nach näherer Ausgestaltung ihres Professorendienstverhältnisses selbstständig und weisungsfrei wahrnehmen.

Die Dienstaufgaben definieren sich für den Professor daher nach dem von ihm vertretenen Fach, dieses wird grundsätzlich im Rahmen der Berufungsvereinbarung festgehalten und näher konkretisiert.

Die weisungsfreie und selbstständige Aufgabenerledigung durch den Professurinhaber wird auch durch die Wissenschaftsfreiheit des Artikel 5 Grundgesetz garantiert. Mit der Weisungsfreiheit geht einher, dass der einzelne Professurinhaber keinen Fachvorgesetzten hat.

Einen Personalvorgesetzten hat ein Professor indes schon, in der Regel ist dies je nach Landesrecht der Rektor/Präsident der Hochschule oder der Minister/Senator. Die Weisungsfreiheit des Hochschullehrers bezieht sich nicht nur auf die inhaltliche Ausgestaltung der professoralen Tätigkeit, sie hat auch Einfluss auf die organisationsrechtlichen Bedingungen seiner Arbeitserfüllung.

So gelten die Vorschriften über die Arbeitszeit entsprechend der jeweiligen Landeshochschul- oder Landesbeamtengesetze nicht für Professoren. Dies hat seine Ursache darin, dass die wissenschaftliche Arbeit des Professurinhabers in Forschung, Lehre, Prüfung und Selbstverwaltung eine zeitliche wie örtliche flexible Gestaltung bedingt.

Der Umfang der dem Hochschullehrer übertragenen Lehraufgaben ist regelmäßig in den Lehrverpflichtungsverordnungen der Länder geregelt. Als Annex zur Lehre wird auch die Verpflichtung zur Abnahme von Prüfungen gesehen.

Aus Forschung & Lehre :: Januar 2015

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