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Karrierechance nach Zweitstudium?

Karrierechance nach Zweitstudium?© Spiderstock - iStockphoto.com

Ich wende mich mit einer sehr ungewöhnlichen Berufs-und Studienkonstellation mit der Frage nach Bewertung derselbigen an Sie: Ich bin jetzt niedergelassene Ärztin in eigener zufriedenstellend gehender Praxis. Meine Facharztausbildung bis hin zu meiner Oberarzttätigkeit habe ich an einer Universitätsklinik absolviert. Mein wissenschaftlicher Output ist in dieser Zeit jedoch eher gering einzuschätzen. In dieser Zeit habe ich berufsbegleitend sozusagen als Hobby Klassische Archäologie studiert. Meine etwas " verrückte" Frage nun an Sie ist, ob es zum Beispiel die Möglichkeit geben würde, mit diesen Studien eine Neuorientierung an einem wissenschaftlichen Institut planen zu können und wie die Chancen für so etwas stehen.Oder ob Sie vielleicht auch eine Idee dazu haben? Oder ob eben mein Zweitstudium mir erst Erfüllung bringt, wenn ich im Ruhestand bin?! Über eine Einschätzung bin ich Ihnen sehr verbunden und bedanke mich sehr.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Aus unserer Perspektive ist es durchaus denkbar, dass Sie im Rahmen des alsbald beendeten "Zweitstudiums" eine sozusagen alternative wissenschaftliche Karriere als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Institut für klassische Archäologie beginnen. Gleichwohl Sie sich als niedergelassene Fachärztin selbstverständlich in einem anderen Lebensalter befinden als Absolventen eines Erststudiums, steht Ihr Lebensalter einem derartigen Ansehen nicht im Weg.

Denn es gibt nach der ständigen Rechtsprechung keine zwingenden Altersgrenzen für die Einstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Voraussetzung wäre es allerdings, dass derartige Mitarbeiterstellen überhaupt zur Verfügung stehen. Dies wäre in jedem Fall im Vorfeld zu eruieren. Hilfreich wäre nach unserem Dafürhalten auch der Ausschreibungsservice des Deutschen Hochschulverbandes, der freie Stellen in der Wissenschaft nach Fächergruppen sortiert aktuell per E-Mail mitteilt. Voraussetzung für den Bezug wäre allerdings eine Mitgliedschaft im Deutschen Hochschulverband. Anzuraten wäre es nach unserem Dafürhalten letztlich, dass Sie sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt proaktiv an Institutsdirektoren wenden, um die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Karriere im Rahmen Ihres "Zweitfachs" zu thematisieren.
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