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Kommt zu uns!

Von THOMAS KERSTAN

Ingenieure mögen Deutschland - heißen wir sie willkommen.

Kommt zu uns!© seraph - Photocase.comIm internationalen Vergleich hat Deutschland besonders wenige Absolventen technischer Studiengänge vorzuweisen
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, ausländische Akademiker offensiv nach Deutschland zu locken. Gerade hat eine weltweite Umfrage der Universität Witten/Herdecke und der Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter 1000 Studenten an Eliteuniversitäten gezeigt, dass unser Land nach den USA und Großbritannien Platz drei der Beliebtheitsskala einnimmt. Für ein nicht englischsprachiges Land ein beachtliches Maß an Wertschätzung. Deutschland besonders zugeneigt sind Ingenieure und Naturwissenschaftler. Was für ein Glücksfall, wir können sie nämlich gut gebrauchen.

Denn dass unsere Wirtschaft nach der Krise so gut dasteht, liegt an der Revitalisierung alter Stärken: Nach dem missglückten Ausflug auch vieler heimischer Unternehmen in die virtuelle Ökonomie der Finanzakrobaten ist wieder das Echte, die gute deutsche Wertarbeit, im Kommen. Der Konjunkturmotor sind von der Hochtechnologie getriebene Branchen wie der Maschinen- und Fahrzeugbau und die Chemieindustrie. Doch schon bremst der Mangel an gut ausgebildeten Technikern unseren Aufschwung. Nach Angaben der Arbeitgeberverbände fehlen derzeit mehr als 35 000 Ingenieure. Noch düsterer sind die Prognosen. Im internationalen Vergleich hat Deutschland besonders wenige junge Ingenieure und Absolventen technischer Studiengänge vorzuweisen.

Erwidern wir also - durchaus egoistisch - das Interesse der internationalen Topstudenten an unserem Land. Die bürokratischen Hürden, die ausländische Fach leute von einer Arbeitsaufnahme abhalten, müssen gesenkt werden. Noch mehr: Wir müssen zeigen, dass wir sie willkommen heißen. Und uns nicht zu fein sein, um sie zu werben.

Aus DIE ZEIT :: 16.09.2010

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