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Lehramt ohne Lehramtsstudium

Lehramt ohne Lehramtsstudium© Sami Suni - iStockphoto.com

Zur Zeit stecke ich mitten im Studium zum Master of Science in International Hospitality und Event Management in England und werde es in Kürze erfolgreich beenden. Ich interessiere mich nun sehr für eine Laufbahn als Lehrer bzw. würde ich gerne an einer FH/Uni unterrichten und/oder forschen, gerne auch in Englisch.
Nun ist meine Frage, wie mir der Quereinstieg gelingen kann, und welche Möglichkeiten es gibt ins Lehramt ohne Lehramtstudium einzusteigen.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wollen Sie sich in Deutschland um eine wissenschaftliche Karriere innerhalb von Universitäten oder Fachhochschulen bewerben, gegebenenfalls als Professorin oder aber im Lehramt.

In Deutschland sind bestimmte Einstellungsvoraussetzungen für die Professur zu erfüllen. Diese sind in den jeweiligen Landeshochschulgesetzen geregelt. Voraussetzung für die Professur ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie die durch praktische Erfahrung bestätigte pädagogisch-didaktische Eignung. Darüber hinaus ist neben der Promotion der Nachweis zusätzlicher wissenschaftlicher Leistungen erforderlich. Diese können im Rahmen einer Juniorprofessur oder einer Habilitation, aber auch im Rahmen einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung oder im Rahmen einer anderen wissenschaftlichen Tätigkeit im In- oder Ausland erbracht worden sein. In Zusammenhang mit der Bewerbung auf eine Fachhochschulprofessur müssen besondere Leistungen nachgewiesen werden, und zwar in Bezug auf die Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer mindestens fünfjährigen beruflichen Praxis, wobei mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt worden sein müssen. Insofern bedarf es in Deutschland der Habilitation, wenn Sie Professorin werden wollen oder einer sogenannten "habilitationsadäquaten" Leistung.

Zur Frage der Tätigkeit als Lehrer in Deutschland gibt es in jedem Bundesland verschiedene Gesetze zur Lehrerausbildung, in Nordrhein-Westfalen z. B. das Gesetz zur Reform der Lehrerausbildung. Voraussetzung für ein Lehramtsstudium ist die allgemeine und fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung. Die Ausbildung der Lehrkräfte in Deutschland ist durch das Lehrerausbildungsgesetz oder die Lehramtsprüfungsverordnung geregelt. Danach besteht die Ausbildung zum Lehramt aus einem mit dem Master of Education abschließenden Studium und einem mit der Staatsprüfung abschließenden 18-monatigen Vorbereitungsdienst. Beide Abschlüsse sind für die Ausübung des Lehrerberufs an öffentlichen Schulen erforderlich.

Es gibt weitere Zulassungsbedingungen für verschiedene Fächer. Zu dem Lehramtsstudium gehören Praxiselemente. Studienberatungen für Studierende mit dem Berufsziel Lehrerin/Lehrer werden an zahlreichen Universitäten von der Zentralen Studienberatung und dem Zentrum für Lehrerbildung angeboten. Außerdem gibt es eine nach Bundesländern geordnete Übersicht über die Lehramtsstudiengänge an Hochschulen in Form der aktualisierten Broschüre "Studien- und Berufswahl", die Sie über die Berufsinformationszentren der Arbeitsagenturen erhalten. Sie können diese Broschüre auch über das Internet bestellen unter www.studienwahl.de/de/bestellen.htm.

Der Quereinstieg in ein Lehramtsstudium mit Anerkennung von vorherigen Leistungen ist auch möglich. Aber auch hier müssen Sie sich für die Anrechnung von Studienleistungen über das Amt für Lehrerbildung des jeweiligen Landes informieren, z. B. für das Land Hessen, Amt für Lehrerbildung unter www.afl.hessen.de.
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