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Life Science in Österreich: Zukunftsweisende Forschung und Entwicklung in der Biotechnologie


Von Sabrina Schwarz, in Zusammenarbeit mit LIFE SCIENCE AUSTRIA

Österreich ist im Bereich der europäischen Life Sciences ein zentraler Standort, der international als bedeutende Quelle für hoch entwickelte Arzneimittelkandidaten, Produkte, Dienstleistungen und Technologien anerkannt ist. Die österreichische Life Science-Branche ist dabei äußerst breit gefächert und umfasst neben kleinen und großen Unternehmen auch eine Reihe multinationaler Konzerne.

Life Science in Österreich: Zukunftsweisende Forschung und Entwicklung in der Biotechnologie© vencav - Fotolia.comFür Unternehmen der Life Science-Branche ist Österreich ein bedeutender Standort mit hohem Innovationspotenzial
Innerhalb der letzten zehn Jahre ist Österreich durch eine florierende Szene innovativer Biotechnologieunternehmen zu einem der bedeutendsten Zentren im Bereich der europäischen Lebenswissenschaften aufgestiegen: Die österreichische Life Science-Branche umfasst inzwischen über 210 Betriebe, die insgesamt über 11.500 Mitarbeiter beschäftigen. Neun von zehn Unternehmen sind dabei im kleinen und mittelständischen Bereich angesiedelt. Darüber hinaus gibt es etwa 600 Unternehmen, die als Zulieferer für den Industriezweig tätig sind und Komponenten sowie Dienstleistungen liefern. Der hohe Grad an Kooperation zwischen Herstellern, Zulieferern und Dienstleistungsanbietern, die alle auf relativ kleinem Raum zusammenkommen, gehört dabei zu den erstaunlichen Faktoren im Bereich der Lebenswissenschaften und der Biotechnologie in Österreich.

Neben einer Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen haben sich zahlreiche internationale Life Science-Konzerne in Österreich niedergelassen, die hier ihren Hauptsitz haben oder über wichtige Produktionsstandorte verfügen. Zusätzlich zu namhaften Großkonzernen wie Baxter, Boehringer Ingelheim oder Sandoz gibt es in Österreich eine ganze Reihe weiterer Unternehmen, die selbst Marktführer oder Kennern der Branche ein Begriff sind. Für ein im Vergleich eher kleines Land mit gerade einmal etwas über acht Millionen Einwohnern ist das ein starkes Zeichen für seinen maßgeblichen Beitrag zu den europäischen Life Sciences.

Boomende Branche zieht ausländische Unternehmen an

Die Stärke der stetig wachsenden Life Science-Branche spiegelte sich im Lauf der letzten Jahre auch im gesteigerten Interesse internationaler Unternehmen wider, mit österreichischen Betrieben Geschäfte zu machen. Der gute Ruf Österreichs bei internationalen Investoren wurde unlängst auch in einer Studie des Consultingunternehmens Mercer bestätigt: Die österreichische Bundeshauptstadt Wien wurde 2012 zum vierten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Ausschlaggebend sind dabei sowohl politische und soziale als auch wirtschaftliche und umweltorientierte Aspekte. Daneben sind auch die gut ausgebaute Infrastruktur und das Top-Ranking seiner Forschungseinrichtungen für das gute Image Österreichs als Standort internationaler Life Science-Unternehmen ausschlaggebend.

Rasches Wachstum der Biotechnologie-Branche

Wie der gesamte Industriezweig der Life Sciences ist auch die Biotechnologie in Österreich noch eine recht junge Branche - ein Unternehmen in diesem Bereich ist durchschnittlich gerade einmal sieben Jahre alt. Trotzdem ist die Branche innerhalb kurzer Zeit zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren herangewachsen. Mehr als drei Milliarden Euro Erlös erwirtschafteten 2010 die österreichischen Unternehmen, die entweder teilweise mit biotechnologischen Methoden arbeiten oder sich ganz auf die Biotechnologie spezialisiert haben. 2,9 Milliarden entfielen dabei auf die 36 biotechnologisch aktiven Betriebe, zu denen Großkonzerne wie Sandoz oder Baxter gehören. Sie beschäftigen etwa 5.810 Mitarbeiter, eine Vielzahl davon in hochqualifizierten Positionen. Die restlichen 77 der Biotechnologie zuzuordnenden Unternehmen kommen zusammengenommen auf einen Umsatz von 161 Millionen Euro und sind Arbeitgeber für circa 1.470 Menschen.

Ein weiterer Beleg für die Innovationskraft der Life Science-Branche ist die große Bereitschaft von dedizierten Biotechnologie-Unternehmen, hohe Beträge in Forschungs- und Entwicklungsaufgaben zu investieren. 2010 haben die Investitionen der Firmen in zukünftige Produkte 173 Millionen Euro betragen. Auch Investoren halten die Biotechnologie für ein zukunftsträchtiges Feld. 2010 flossen Gelder in Höhe von etwa 79 Millionen Euro in die Branche, von denen private Investoren und Business Angels mit 35 Millionen den Großteil zur Verfügung stellten.

Renommierte Forschung und Lehre in Life Sciences

Neben den großen und renommierten medizinischen Universitäten gibt es in Österreich eine Reihe weiterer akademischer Einrichtungen, die die Forschung im Bereich der Lebenswissenschaften unterstützen. Die wichtigste Hochschule Österreichs auf dem Gebiet der Life Sciences ist die BOKU, die Universität für Bodenkultur. Daneben spielen die Technische Universität Graz sowie die Technische Universität Wien eine große Rolle in der biowissenschaftlichen Forschung und in der Ausbildung qualifizierter Ingenieure. Spezialisiert auf die Forschung und Lehre in den molekularen Life Sciences ist darüber hinaus die Universität Graz.

Neben den Hochschulen ist vor allem die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die führende Organisation, die die wissenschaftliche Forschung in den Life Sciences außerhalb der universitären Einrichtungen vorantreibt. Das Forschungsprogramm der ÖAW im Bereich der Lebenswissenschaften beinhaltet unter anderem das Institute of Molecular Biotechnology (IMBA) sowie das Center for Molecular Medicine (CeMM). Das größte außeruniversitäre Forschungsinstitut Österreichs ist das Austrian Institute of Technology (AIT), das seinen Forschungsschwerpunkt auf große Veränderungen in der Gesellschaft gelegt hat.

Regierung unterstützt Forschung und Innovation in Life Sciences

Die österreichische Bundesregierung unterstützt die Entwicklung des unternehmerischen Umfelds, in dem junge Unternehmensgründer erfolgreich arbeiten können. Mit einem Anteil von 2,79 Prozent des BIP investiert Österreich im Bereich Forschung & Entwicklung weit mehr als der europäische Durchschnitt, der 2009 bei 2,01% lag. Darüber hinaus hat die Regierung für die Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation noch höhere Ziele: Österreich soll innerhalb der EU zum führenden Land für Innovation werden und dafür den Anteil von Forschung & Entwicklung bis zum Jahr 2020 auf 3,76% erhöhen.

Weitere Informationen gibt es unter:
www.lifescienceaustria.at/life-science-in-austria»

academics :: März 2013

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