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MBA: Wertverlust durch Inflation

VON JUTTA HOFFRITZ

Der Titel MBA gilt nicht mehr so viel wie zu jener Zeit, da er noch selten war. Viele Personalabteilungen schauen jetzt sehr genau hin.

MBA: Wertverlust durch Inflation© ake1150 - Fotolia.comWie lohnenswert ist der MBA noch?
Gibt es in Deutschland so etwas wie Kaderschmieden? Hochschulen, in denen man - nah an der Praxis und auch wenn es Geld kostet - lernt, was man als Topmanager braucht? Auf der Suche danach landet man zum Beispiel bei der WHU. Die wurde 1984 als Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung auf Initiative der Wirtschaft gegründet, nahm als eine der ersten Hochschulen Studiengebühren und entlässt Jahr um Jahr handverlesene Grüppchen von Betriebswirten ins Leben.

Ihre Exklusivität sieht man der Privat-Uni schon von außen an, residiert sie doch vor den Toren der Stadt Koblenz im Schlösschen Marienburg. Neuerdings hat sie noch einen zweiten Campus, in einer früheren Seifenfabrik in Düsseldorf. Die zentrale Lage soll mehr Studenten anlocken, vor allem im lukrativen Geschäft mit dem Titel MBA. Als Master of Business Administration in den Vereinigten Staaten erfunden, um Wissenschaftler und Juristen für die Wirtschaft fit zu machen, entwickelte sich der MBA auch zum Karriereturbo deutscher Ingenieure.

Die WHU zählte 1997 zu den ersten Hochschulen hierzulande, die einen solchen Management-Crashkurs anboten. Bis zu 75.000 Euro kostet die Weiterbildung. Inzwischen gibt es sie in einer Voll- und Teilzeitvariante und mit immer neuen Spezialisierungen. Seit Kurzem bietet die WHU sogar einen Kurs speziell für frühere Spitzensportler an.

So wie die WHU sich vom MBA ein Geschäft verspricht, freuen sich auch andere Hochschulen auf die zahlungsbereite Klientel. Inzwischen kann man den Titel an vielerlei Orten erwerben: in Offenburg im Schwarzwald, wo die Fachhochschule International Business Consulting anbietet, oder im sächsischen Zwickau, wo die TU zum Eventmarketing einlädt.

An die 300 Programme hat das Kölner Staufenbiel Institut jüngst im deutschsprachigen Raum gezählt. Vor fünf Jahren kam das Institut sogar auf 350 Programme. Einige sind inzwischen verschwunden. Dass die Zahl trotz der ständigen Neuzugänge schrumpft, sollte Interessenten zu denken geben. »Da gibt es eine gewisse Konsolidierung«, sagt Stefanie Zimmermann vom Staufenbiel Institut.

Man kann es auch anders sagen: Der Titel verliert seinen Glanz. Die Frage ist, ob es sich noch lohnt, Geld und Grips in diese Weiterbildung zu stecken.

Aus DIE ZEIT :: 22.01.2015

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