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Mehr Erstsemester an deutschen Universitäten

Von Thomas Kerstan

Trotz Studiengebühren drängt es mehr junge Leute an die Universitäten.

Mehr Erstsemester an deutschen Universitäten
Das ist eine gute Nachricht: Die Zahl der Studienanfänger ist im Wintersemester 2007/08 wieder gestiegen. 313 500 junge Leute haben laut Statistischem Bundesamt ein Studium an einer deutschen Hochschule aufgenommen; das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Seit dem Höchststand im Wintersemester 2003/04 mit 317 000 Erstsemestern war die Zahl der Anfänger rückläufig. Nun hat sich dieser Trend gewendet.

Damit sind all jene blamiert, die einen Rückgang der Studentenzahlen prophezeiten, sollten Studiengebühren eingeführt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Auch das Chaos bei der Einschreibung, das an vielen Hochschulen herrscht, seitdem sie selbstständig über die Studienplatzvergabe entscheiden, konnte den Nachwuchs wohl nicht davon abhalten, die akademische Laufbahn einzuschlagen.

Eine weitere gute Nachricht angesichts des aufkommenden Fachkräftemangels ist die Beliebtheit der Ingenieurwissenschaften. Sie verzeichnen neun Prozent mehr Studienanfänger als im Vorjahr. Doch ob sich diese Entwicklung fortsetzt, ist ungewiss. Sie kann auch der guten Konjunktur geschuldet sein und in anderen Zeiten wieder wegbrechen.

Um die Zahl der Studienanfänger langfristig zu steigern - erklärtes Ziel aller Parteien -, müssen die Mauern zwischen Berufsausbildung und Studium eingerissen werden. Wer etwa den anspruchsvollen Beruf des Mechatronikers erlernt hat, dem sollte der Weg ins Ingenieurstudium offenstehen, dem Industriekaufmann der Weg ins BWL-Studium. Und was im Betrieb und in der Berufsschule gelernt wurde, muss an der Hochschule angerechnet werden.

Aus DIE ZEIT :: 18.09.2008

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