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Möglichkeiten, nach Ablauf der 12-Jahres-Befristung beschäftigt zu werden

Welche Möglichkeiten gibt es, nach Ablauf der 12-Jahres-Befristung an der Hochschule befristet beschäftigt zu werden?© nild - photocase.de

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Grundsätzlich kann die nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz insgesamt zulässige Befristungsdauer von 12 bzw. 15 Jahren im Bereich der Medizin für das wissenschaftliche und künstlerische Personal bei der Betreuung eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren um zwei Jahre je Kind verlängert werden (sog. familienpolitische Komponente). Insofern soll der Dreifachbelastung von Nachwuchswissenschaftlern durch Erbringung von wissenschaftlichen Dienstleistungen, eigener wissenschaftlicher Qualifizierung sowie Erziehungsaufgaben Rechnung getragen werden.

Zu bedenken ist jedoch, dass es sich lediglich um eine Verlängerungsoption ohne Rechtsanspruch handelt. Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass sich die jeweilige Dauer eines befristeten Arbeitsvertrages nach der 12-Jahres-Regelung im Einverständnis mit dem Mitarbeiter beispielsweise um Zeiten einer Beurlaubung für eine wissenschaftliche oder künstlerische Tätigkeit verlängert. Gleiches gilt z.B. für Zeiten der Inanspruchnahme von Elternzeit bzw. Zeiten des Mutterschutzes in dem Umfang, in dem eine Erwerbstätigkeit nicht erfolgte. Insofern besteht ein Rechtsanspruch auf Verlängerung.

Nach Ausschöpfung der zulässigen Befristungsdauer der Arbeitsverträge vor oder nach abgeschlossener Promotion ist eine weitere Befristung von Arbeitsverträgen zulässig, wenn die Beschäftigung überwiegend aus Mitteln Dritter finanziert wird, die Finanzierung für eine bestimmte Aufgabe und Zeitdauer bewilligt ist und die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter überwiegend der Zweckbestimmung dieser Mittel entsprechend beschäftigt wird. Ferner ist eine befristete Beschäftigung nach Maßgabe des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) möglich. Voraussetzung ist regelmäßig das Vorliegen eines sachlichen Grundes z.B. dass der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht oder der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird.

Aus Forschung & Lehre :: Dezember 2015
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