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Nimm zwei!

Von JAN-MARTIN WIARDA

Wie die EU Deutschlands Unis weltoffener macht.

Nimm zwei!© milli - iStockphoto.comAuch Deutschland ebnet den Weg für "Dual Careers"
Von einem »Willkommenssignal für Wissenschaftler aus der ganzen Welt« schwärmt Helge Braun, Staatssekretär im Bundesbildungsministerium von Annette Schavan: Künftig können sich die Ehegatten ausländischer Forscher uneingeschränkt auf freie Stellen bewerben - und zwar ohne dass, wie bislang üblich, andere Bewerber aus Deutschland oder einem EU-Staat Vorrang erhalten. Die Regelung kommt als Teil eines umfangreichen Gesetzespakets zum Aufenthaltsrecht, das vergangene Woche im Bundeskabinett beschlossen wurde, und tatsächlich ist sie ein beachtlicher Schritt auf dem Weg zu einem wirklich weltoffenen Wissenschaftssystem: Zu einem hoch qualifizierten Forscher gehört oft ein hoch qualifizierter Partner. Lehnt man den ab, bekommt man oft auch Ersteren nicht.

Wie so oft in Deutschland beim Thema Integration musste allerdings erst Druck von außen kommen. Diesmal brauchte es den Anstoß einer EU-Richtlinie. Wenn Staatssekretär Braun verkündet, durch die geplante Gesetzesänderung werde Deutschland als Forschungsstandort »noch attraktiver«, ist das insofern nur die halbe Wahrheit: Die Bundesrepublik fährt einfach im europäischen Geleitzug mit. Die Schuld von Bundesbildungsministerin Schavan ist das nicht. Seit Jahren bemüht sie sich, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung moderner Aufenthalts- und Arbeitsgesetze in den Köpfen zu verankern, gerade auch in ihrer eigenen Partei. Einer ihrer wichtigsten Erfolge war eine Reform, die 2007 in Kraft trat: Seitdem haben Absolventen deutscher Hochschulen das Recht, sich nach dem Abschluss in Deutschland einen Job zu suchen - unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft.

In diesem Fall ist Deutschland tatsächlich international ganz vorn dabei gewesen. Wie schön wäre es, wenn man das öfter sagen könnte.

Aus DIE ZEIT :: 07.04.2011

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