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Parallele Berufungsverhandlungen

Parallele Berufungsverhandlungen© Bacho Foto - Fotolia.com

Seit einiger Zeit habe ich eine Professur auf Lebenszeit inne. Aus persönlichen Gründen muss ich allerdings meine derzeitige Hochschule wechseln.

Erfreulicherweise habe ich vor Kurzem zwei Rufe auf ähnliche Professuren an unterschiedlichen Fachhochschulen erhalten. Dies ist hinsichtlich der Verhandlungen sicherlich vorteilhaft, da die Rufe zeitgleich erfolgt sind. Leider bin ich mir darüber unklar, wie sich nun der weitere Verhandlungsablauf gestaltet:

Verhandele ich zunächst mit der FH, zu der ich inhaltlich und fachlich am meisten tendiere? Oder ist es besser, zunächst mit der "zweitbesten" FH zu verhandeln und dann mit diesem Verhandlungsergebnis die Gespräche mit der favorisierten FH zu beginnen? Ist es sinnvoll, mit der derzeitigen FH Bleibeverhandlungen zu führen, obwohl ich sie definitiv verlassen werde? Wäre es hinsichtlich der Verhandlungen mit den beiden anderen FHs dennoch sinnvoll Bleibeverhandlungen zu führen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Wie bei Paralellrufen verhandelt wird, ist eine individuelle Frage. Richtig ist jedenfalls, dass es nach unserer Erfahrung vorteilhaft ist, zeitgleiche Rufe im Rahmen von Verhandlungen geltend zu machen.

Es könnte sich anbieten, mit der Hochschule zu verhandeln, zu der Sie inhaltlich und fachlich tendieren. Sodann könnten Sie mit diesem Angebot an die zweite Hochschule herantreten, um in der Folge mit der erstgenannten Hochschule nachzuverhandeln. Hinzuweisen ist darauf, dass Nachverhandlungen nicht selbstverständlich sind. Dies kommt darauf an, ob die Hochschule ein Interesse hat, nachzuverhandeln. Eine abschließende Entscheidung hierüber ist nicht ohne weiteres möglich.

Sicherlich kommt es auch darauf an, wie die Berufungsverhandlungen an den jeweiligen Hochschulstandorten zeitlich ablaufen. So kann es sein, dass die Hochschule, welche Sie nicht bevorzugen, die Berufungsverhandlungen zeitiger führen möchte, als die Hochschule, deren Ruf Sie präferieren.

Was Bleibeverhandlungen angeht, so werden diese von einigen Bewerbern eingesetzt, um ein höheres Angebot der rufenden Hochschule zu erhalten. Sofern Sie ein Bleibeangebot Ihrer Hochschule bekommen, ist dies sicherlich auch ein schönes Zeichen für die rufenden Hochschulen, da deutlich wird, dass Ihre Heimathochschule Sie halten möchte.
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