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Patentanwalt: Das Rad kann nicht zweimal neu erfunden werden

Von Sabrina Schwarz

Sie bringen zusätzlich zu einer geballten Ladung an naturwissenschaftlichem Fachwissen auch ein Grundverständnis für technische Abläufe und Interesse an juristischen Zusammenhängen mit? Dann ist die Arbeit an und mit gewerblichen Schutzrechten als Patentanwalt möglicherweise genau das Richtige für Sie. Es warten interessante und vielfältige Aufgaben an der Schnittstelle von Technik, Naturwissenschaft und gewerblichem Rechtsschutz.

Patentanwalt: Das Rad kann nicht zweimal neu erfunden werden© Marco2811 - Fotolia.comDer Patentanwalt prüft neue Produkte auf ihre Schutzwürdigkeit und bereitet die Anmeldung beim Patentamt vor
Das Rad kann nicht zweimal neu erfunden werden. Eine der Hauptaufgaben des Patentanwalts ist es deshalb zu prüfen, ob eine Idee wirklich so neu ist, wie sie aussieht. Der Patentanwalt übernimmt dabei aber nicht nur die Anmeldung einer neuen Erfindung zum Patent, sondern berät Einzelpersonen und Unternehmen bereits bei der Vorbereitung einer Patentanmeldung in allen Angelegenheiten des gewerblichen Rechtsschutzes. Dazu gehören nicht nur Patente, sondern auch Gebrauchsmuster, Warenzeichen und Marken. Er beurteilt die Schutzwürdigkeit eigener Erfindungen, recherchiert in Datenbanken, ob die Innovation tatsächlich neu ist, und formuliert später Lizenzverträge. Darüber hinaus ist es die Aufgabe des Patentanwalts, die Interessen seiner Mandanten vor den zuständigen Behörden, z.B. dem Deutschen Patent- und Markenamt, zu vertreten. Dazu gehört auch die Überwachung und Verwaltung von Patenten sowie die rechtliche Verfolgung ihrer Verletzung bis hin zum Rechtsstreit.

Als Patentassessor im Unternehmen

Patentanwälte arbeiten hauptsächlich freiberuflich in Rechtsanwaltskanzleien, speziell in Patentanwaltskanzleien oder in der Rechtsberatung. Darüber hinaus können sie als Patentassessor in den Rechts- oder Patentabteilungen von Unternehmen nahezu aller Branchen angestellt sein und die jeweilige Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes beraten

Ein langer Weg - die Ausbildung zum Patentanwalt

Die Voraussetzung für die Zulassung als Patentanwalt ist der erfolgreiche Abschluss eines naturwissenschaftlichen oder technischen Studiums sowie das Bestehen der staatlich geregelten Ausbildung zum Patentanwalt. Während der 34 Monate dauernden Ausbildung verbringt der Anwärter zunächst zwei Jahre in einer Patentanwaltskanzlei, in der er die theoretische sowie praktische Ausbildung im Patentrecht erhält. Daneben ist ein zweijähriger Kurs an der Fernuniversität Hagen vorgesehen, der den Anwärtern grundlegende Kenntnisse in Zivilrecht vermittelt. An die Zeit in der Patentanwaltskanzlei schließt sich eine weitere mindestens achtmonatige Ausbildung beim Patentamt und beim Bundespatentgericht in München an. Wer anschließend die Patentanwaltsprüfung in Form von zwei Klausuren und einer mündlichen Prüfung besteht, darf sich ab sofort Patentassessor nennen und sich daraufhin als Patentanwalt vereidigen lassen.

Was ist wichtig für eine Karriere als Patentanwalt?

Wer als junger Naturwissenschaftler von einer Karriere als Patentanwalt träumt, sollte vor allem über technisches Grundverständnis verfügen und dieses mit juristischem Wissen kombinieren können. Für die Beratung von Mandanten und für Verhandlungen vor Gericht ist es außerdem wichtig, komplizierte technische, naturwissenschaftliche und rechtliche Zusammenhänge auch in freier Rede verständlich darstellen zu können. Da auch in Anwaltskanzleien Daten heutzutage überwiegend elektronisch bearbeitet werden, gehört ebenfalls der sichere Umgang mit dem Computer zum Anforderungsprofil. Darüber hinaus sind umfangreiche Sprachkenntnisse vor allem der englischen Sprache für die Recherche in internationalen juristischen und Patentdatenbanken unverzichtbar.


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academics :: März 2013

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