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Postdoc in den Naturwissenschaften

Von Sabrina Schwarz

Nach der Doktorarbeit da weitermachen, wo man aufgehört hat: Wer sich auch nach der Promotion im Forschungslabor ganz wohl fühlt und eine wissenschaftliche Karriere an der Universität oder einem Forschungsinstitut in Betracht zieht, der kann sich bereits als Postdoc einen Namen in der Forschungslandschaft machen.

Postdoc in den Naturwissenschaften© WavebreakMediaMicro - Fotolia.comAls Postdoc in den Naturwissenschaften lässt sich mihilfe eines akademischen Netzwerks und interessanten Forschungsprojekten der Weg zur Habilitation ebnen
Als Postdoc oder Post-Doktorand werden Nachwuchswissenschaftler nach erfolgreich abgeschlossener Promotion bezeichnet, die ihre fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten auf dem Weg zur Professur weiter ausbauen. Die Postdoktorandenphase stellt damit die zweite wissenschaftliche Qualifizierungsphase für die Wissenschaft als Beruf dar. Postdocs sind dabei an einer Universität oder einem Forschungsinstitut für eine befristete Zeit, in der Regel für zwei Jahre, angestellt. In dieser Zeit machen Postdocs durch Forschungsprojekte, Publikationen in Fachzeitschriften oder Aufenthalte an großen Instituten ihres Fachbereichs auf sich aufmerksam, um sich für eine wissenschaftliche Karriere zu qualifizieren. Sie sammeln Erfahrungen in Forschung und Lehre und bauen sich nebenbei ein akademisches Netzwerk aus Kontakten zu anderen Forschern und Instituten des Fachbereichs auf. Vor allem in den Naturwissenschaften gehört eine Stelle als Postdoktorand, meist sogar im Ausland, inzwischen zum guten Ton und gilt als ein notwendiger Zwischenschritt hin zur Habilitation.

Die Zahl der Postdocs steigt

In den USA lässt sich der akademische Beschäftigungstypus Postdoc bereits bis ins Jahr 1876 zurückverfolgen. Derzeit befinden sich dort knapp 50.000 Nachwuchsforscher in der akademischen Zwischenphase. Auch in Europa und Deutschland steigt die Zahl der Postdocstellen stetig, konkrete Statistiken für die Bundesrepublik sind bislang jedoch noch nicht erhoben. Doch die Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermaßnahmen für Postdoktoranden sind schon jetzt vielfältig und teilweise sehr spezifisch. Die meisten Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitute bieten inzwischen Stellen für Postdocs an. Das Gehalt richtet sich dabei überwiegend nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, so dass Postdocs in der Entgeltgruppe TV-L 13 mit rund 3.000 Euro monatlich rechnen können. Zusätzlich unterstützen Hochschulen und Institute ihre naturwissenschaftlichen Nachwuchskräfte teilweise ähnlich wie in der Promotionsphase mit Weiterbildungen oder Graduiertenschulen. Daneben können Forschungsstipendien oder Sachhilfebeiträge für einzelne Studien oder Auslandsaufenthalte bei verschiedenen Stiftungen oder Förderprogrammen beantragt werden.

Fachwissen und Leidenschaft sind notwendig

Zwischen Promotion und Professur werden von Postdoktoranden an einem Lehrstuhl oder in einem Forschungsinstitut aber nicht nur spezialisiertes Fachwissen im jeweiligen Fachbereich und der Doktortitel erwartet. Auch Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Belastbarkeit und soziale Kompetenz sind für die Arbeit in einer Forschungsgruppe und mögliche Lehrverpflichtungen unverzichtbar. Darüber hinaus sollten Interesse und Leidenschaft für das Forschungsprojekt sowie eine selbstständige, zielgerichtete und strukturierte Arbeitsweise selbstverständlich sein. Der Weg zur Professur in den Naturwissenschaften ist kein leichter. Doch wer den Schritt zwischen Promotion und Habilitation mit einer ambitionierten Postdocphase meistert, der hat gute Chancen auf eine langfristige Karriere in der Wissenschaft.


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academics :: März 2013

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