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Primus Heidelberg

Von Martin Spiewak

Welche Hochschulen haben es in die Spitzengruppe des diesjährigen CHE-Forschungsrankings geschafft?

Primus Heidelberg© Pressestelle Universität HeidelbergAuch im Fach Medizin schneidet die Universität Heidelberg hervorragend ab.
Leistungsmessungen zwischen Universitäten sind eine Wissenschaft für sich. Die Forschungsstärke einer Hochschule zu erkunden ist weit schwieriger, als beim Sport Tore zu zählen und am Ende einen Sieger zu küren. Vielmehr gilt es, für einen sinnvollen Vergleich möglichst viele Hinweise wissenschaftlicher Aktivität heranzuziehen, die sich von Fach zu Fach durchaus unterscheiden können. Denn nur hier, in den einzelnen Disziplinen, zeigt sich die Qualität einer Hochschule.

Jedes Jahr erfasst das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) die Forschungsleistungen für einen Teil der wichtigsten Fächer. In diesem Jahr bewertet das gemeinnützige CHE - eine von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragene Einrichtung - die Naturwissenschaften und die Medizin neu. Dabei erstellt es jedoch keine Ranglisten wie in der Bundesliga, sondern versammelt je nach Disziplin stets mehrere Universitäten in einer Spitzengruppe.

Während die meisten Hochschulen nur in einem oder zwei Fächern punkten können - wie etwa Bremen in Mathematik oder Regensburg in der Zahnmedizin -, beweisen andere Forschungsstärke gleich auf mehreren Feldern. Dazu gehören 2009 etwa Göttingen, die LMU München, die TU München und Tübingen. Am besten schneidet jedoch die Universität Heidelberg ab, die in allen sieben der in diesem Jahr untersuchten Fächer in der Spitzengruppe landet. Nach 2003 und 2006 nimmt die Traditions-Uni am Neckar diese Position in den Naturwissenschaften nun bereits zum dritten Mal ein. Andererseits gibt es in den einzelnen Fächern durchaus deutliche Verschiebungen. In der Chemie etwa schaffen erstmals die Universitäten in Bochum, Marburg und Frankfurt am Main den Sprung in die Gruppe der Forschungsstarken, in der Biologie gelingt das der HU Berlin.

Primus Heidelberg: CHE - Ranking © ZEIT Grafik/Quelle: CHE
Als forschungsstark kürt das CHE eine Hochschule in einer Disziplin, wenn sie sich in mehreren Leistungsindikatoren durch über durchschnitt liche Ergebnisse auszeichnet. Eine Kategorie ist dabei die Höhe der Drittmittel. Die Menge dieser eingeworbenen Gelder sagt in erster Linie etwas über die Forschungsaktivität eines Fachbereichs aus, eingeschränkt aber auch über die Forschungsqualität. Denn die Professoren müssen diese Gelder von privaten und öffentlichen Gebern - wie zum Beispiel der Deutschen Forschungsgemeinschaft - im Wettstreit mit anderen Wissenschaftlern einwerben.

Ein weiteres wichtiges Leistungsmerkmal ist die Zahl der Publikationen eines Instituts. In der Regel handelt es sich in den Naturwissenschaften um Artikel in Fachjournalen. Um die Verbreitung dieser Veröffentlichungen zu gewichten, misst das CHE zudem, wie häufig der Beitrag von anderen Wissenschaftlern zitiert wird. Die Zahl der Promotionen wiederum verweist auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wo viele Promotionen entstehen, steigt häufig auch die Forschungsleistung. Für sich allein genommen, spiegelt jedes Kriterium die Forschungsaktivität eines Faches nur unvollständig wider. In der Gesamtschau der Indikatoren ergibt sich indes ein recht verlässliches Bild davon, in welchen Disziplinen die Stärken einer Universität liegen.

Aus DIE ZEIT :: 10.12.2009

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