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Promotion in der Frühpädagogik?

Promotion in der Frühpädagogik?© Beata Becla - iStockphoto.com

Ich interessiere mich für eine Promotion in der Frühpädagogik und habe hierzu mehrere Fragen:

1. Wo kann man in diesem Fachbereich promovieren - in Deutschland und weltweit?

2. Welches ist die am besten geeignete Uni hierfür? Wie trete ich am besten an die Uni heran?

3. Ich bin Diplom-Sozialpädagogin (BA) und habe einen MBA Int. Marketing. Also kein direktes Frühpädagogisches Vorstudium. Ist es für mich dennoch möglich in der Frühpädagogik zu promovieren? Welche Chance räumen Sie mir ein? Es ist für mich auch denkbar, während der Promotion noch 2 oder 3 Semester wesentliche Fächer zu studieren. Aber ich sehe von einem kompletten Studium ab. Welche Möglichkeiten habe ich da? Meine Kenntnisse in dem Fachbereich sind sehr gut praktisch (Kindergartenleitung, Bereichsleitung bei einem Kindergartenausstatter und Fachlehrerin an einer Erzieherinnenfachschule) und theoretisch (umfangreich und aktuell) fundiert. Ausserdem gründe ich gerade ein Bildungsinstitut zur Weiterbildung für Erzieher. Ich bin einfach daran interessiert meine Kenntnisse auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu bringen und mit neuem Wissen zu fundieren.

4. Was bringt ein Doktortitel in finanzieller Hinsicht?

5. Wo könnte ich anschliessend arbeiten? Ich könnte mir sehr gut vorstellen in der Forschung in einem oder in meinem Insitut tätig zu werden oder/und als Professorin zu unterrichten.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Sie finden im Internet unter der Hochschulrektorenkonferenz den sogenannten Hochschulkompass» und hier können Sie eine Suche nach Promotionsmöglichkeiten bei Hochschulen in Deutschland starten. Unter Angabe des Sachgebietes Pädagogik können Sie hier die verschiedenen Fachbereiche an den jeweiligen Universitäten erkennen, an denen die Möglichkeit besteht, in Pädagogik zu promovieren. Als Beispiel nenne ich einmal den Fachbereich Bildungswissenschaften an der Universität Koblenz-Landau.

Alle weiteren Details zu den Voraussetzungen für die Promotion ergeben sich aus der jeweiligen Promotionsordnung. Ich kann hier nur empfehlen, sich auf die entsprechende Homepage der Universität zu begeben, dort nach der entsprechenden Promotionsordnung zu suchen und die Voraussetzungen zu prüfen. Ihre Frage zu den Eignungsvoraussetzungen lässt sich somit nicht allgemein beantworten. Auch hier muss ich auf die Promotionsordnung verweisen. Ich kann Ihnen hier auch nur empfehlen, wenn Sie sich für eine Hochschule entschieden haben, bei der Fakultät der Hochschule die besonderen Zulassungsverfahren (das Eignungsfeststellungsverfahren) mit Hinweisen zur Promotion (auch bezogen auf Ihren MBA-Abschluss) ausdrücklich selbst zu erfragen.

Auch die Frage, was ein Doktortitel in finanzieller Hinsicht bringt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Dies kommt natürlich auf Ihren späteren Einsatz, Ihre spätere Funktion und Ihren späteren genauen Beruf bzw. die genaue Stellung an.

Zahlreiche Fragen zum Promovieren, wie dies geht und die Umsetzung Ihres Promotionsverfahrens finden Sie auch auf dem sogenannten Doktorandenforum. Dieses finden Sie im Doktorandenforum».

Auf Ihre Frage, wie Sie am besten die geeignete Universität für Ihre Promotion finden und den entsprechenden Doktorvater finden, ist es ja häufig so, dass man die Professoren, die auf dem eigenen Gebiet forschen, kennt und über diese Schiene dann auch einen Doktorvater/eine Doktormutter finden kann. Verschaffen Sie sich über Ihr Fach und die dort bestehenden Forschungsrichtungen zahlreiche Kenntnisse, z. B. in aktuellen Fachzeitschriften, so dass Sie sehen, wo die von Ihnen gewünschte Fachrichtung der Frühpädagogik am besten vertreten ist und wer dort als Doktorvater oder Doktormutter für Sie in Frage kommen könnte. Es gibt keine zentralen Verzeichnisse über potenzielle Doktorväter/Doktormütter. Hier müssen Sie in jedem Fall separat und individuell recherchieren und entsprechenden Kontakt herstellen. Die von mir vorhin genannte Datenbank enthält abstrakte Informationen, nicht aber konkrete Stellen. Somit läßt sich allgemein die Frage, welche Universität für Ihre Promotion auf besten geeignet ist, nicht beantworten. Hier müssen Sie sich bei der Universität selbst informieren und dort dann auch in Kontakt zu einem Hochschullehrer/einer Hochschullehrerin treten, der/die dann Ihr Doktorvater/ihre Doktormutter werden kann. Bevor Sie mit einem entsprechenden Professor ins Gespräch kommen, sollten Sie klare Vorstellungen über Ihr Promotionsthema mitbringen (einen Entwurf), um den Hochschullehrer - gerade, wenn Sie ihn nicht kennen und er sie nicht kennt - davon zu überzeugen, dass Sie engagiert bei diesem Thema sind und dass Sie sich auch in seinem Fachgebiet auskennen, so dass er die Betreuung Ihrer Dissertation auch tatsächlich übernimmt. Am besten ist es in diesem Fall sicherlich, einen Termin zu vereinbaren und dem Professor vorab schon einmal Ihr Ansinnen anzukündigen und dann Ihren Promotionswunsch vorzutragen, wenn Sie geprüft haben, dass das auch gegebenenfalls an der Universität in dem Fachbereich mit diesem Hochschullehrer funktionieren könnte.

Des Weiteren gibt es auch noch das interdisziplinäre und deutschlandweite Netzwerk für den wissenschaftlichen Nachwuchs und alle, die promovieren wollen und promovieren. Sie finden hier auch Informationen zur Promotionsvorbereitung unter www.thesis.de».

Zu Ihrer Frage der finanziellen Möglichkeiten können Sie sich auch einmal die Einstiegsgehälter in verschiedenen Bereichen ansehen, so z. B. die mit einem Magister in internationalem Marketing mögliche Karriere als Unternehmensberater in der Consultingbranche/in der Wirtschaft - gerade als Sozialpädagogin mit einem MBA in internationalem Marketing. Es gibt u.a. an Hochschulen ja spezielle Masterstudiengänge Sozialmanagement, die genau auf diese Kombination abzielen. Zu denken ist sicherlich auch an Tätigkeitsfelder wie die von Wirtschafts- und Organisationspsychologen, Personalreferenten, Trainern, Coaches, Weiterbildungsmanagern, Unternehmensberatern, z. B. auch in Marktforschungsinstituten, PR-Abteilungen von Unternehmen und Verbänden sowie verschiedensten Einrichtungen und Behörden. Weitere Informationen finden Sie sicherlich auch auf dem Portal "staufenbiel - first choice for careers"». Leider kann Ihnen das Expertenteam des Deutschen Hochschulverbandes keine Berufsberatung speziell für Ihr Fach und Ihre Voraussetzungen bieten.
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