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Wie sehen die Chancen auf eine Rückkehr in das deutsche Wissenschaftssytem aus?

Wie sehen die Chancen auf eine Rückkehr in das deutsche Wissenschaftssytem aus?© willma... - Photocase.de

Ich bin promovierter Soziologe und arbeite zur Zeit als Dozent (Senior Lecturer) an einer kleinen Universität in Großbritannien. Seit meiner Promotion vor acht Jahren konnte ich ein starkes Profil in Forschung und Lehre entwickeln. Ich habe drei Bücher bei großen englischsprachigen Verlagen sowie 12 Artikel in internationalen Zeitschriften veröffentlicht und mehrere prestigereiche Forschungsstipendien gewonnen. Zudem sind meine Lehrevaluationen durchwegs positiv.

Seit einiger Zeit strebe ich eine Rückkehr nach Deutschland an. Ich habe mich im letzten Jahr auf einige Professuren und Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter beworben, bin jedoch nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Deshalb bin ich nun an einer realistischen Einschätzung meiner Chancen interessiert, was eine Rückkehr nach Deutschland angeht. Kann es sein, dass ich bei der Stellensuche in Deutschland vielleicht nicht richtig vorgehe? Ich würde gerne mehr über angemessene Strategien zur Stellensuche erfahren.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Bezüglich Ihrer Frage nach realistischen Karrierechancen im Hinblick auf eine mögliche Berufung auf eine Universitätsprofessur ist aus unserer Perspektive zunächst festzustellen, ob die von Ihnen beschriebenen beachtlichen Forschungsleistungen auf einem Gebiet erbracht wurden, welche von den jeweiligen Berufungskommissionen als profilbildend für die jeweils ausgeschriebenen Professuren vorgesehen waren. Anders herum: Deckte sich Ihr wissenschaftliches Profil mit dem jeweils gewünschten Profil der Professur? Dies wäre sicherlich zuvörderst festzustellen.

Daneben raten wir Ihnen dringend an, trotz Ihrer derzeitigen Tätigkeit in Großbritannien noch eine hinreichende Vernetzung in der deutschen Scientific Community sicherzustellen. Neben regelmäßiger Teilnahme an Sitzungen der Fachgesellschaften wäre auch das Pflegen eines aktiven Netzwerkes ratsam. Überdies sollten Sie versuchen, eine Mentorin oder einen Mentor zu finden. Hierfür bieten sich im Regelfall gut etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Möglicherweise wäre hier ein Herantreten an Ihre Doktormutter oder Ihren Doktorvater ratsam. Letztlich sollten Sie in strategischer Hinsicht versuchen zu eruieren, welche soziologischen Professuren in den nächsten Jahren an welchen Standorten mutmaßlich frei werden.
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