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Sind Familie und Wissenschaft vereinbar?

Sind Familie und Wissenschaft vereinbar?© Monika Wisniewska - iStockphoto.com

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Bei vielen Wissenschaftlern fällt die Familiengründung zeitlich in die Phase der beruflichen Qualifikation (Promotion, Habilitation oder Juniorprofessur). Dem hat der Gesetzgeber Rechnung getragen, indem er sowohl Schutzvorschriften für die Gesundheit von Mutter und Kind (z.B. Mutterschutzgesetz) als auch Regelungen erlassen hat, die es den Nachwuchswissenschaftlern ermöglichen sollen, ihre Qualifikationsphase für die Betreuung des Kindes zu unterbrechen und/oder die Qualifikation mittels reduzierter Arbeitszeit weiterzuführen.

Regelmäßig ist für die beamteten Wissenschaftler in den Elternzeitverordnungen, für die im Angestelltenverhältnis tätigen Wissenschaftler im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) geregelt, dass diese Anspruch auf Elternzeit haben. Nach dem BEEG kann auch ein Anspruch auf Elterngeld bestehen. Wissenschaftlichem Personal, mit dem befristete Beschäftigungsverhältnisse an der Hochschule begründet wurden, kann auf Antrag die befristeten Dienstverhältnisse/Arbeitsverträge um die Dauer des mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverbotes und der Elternzeit verlängert werden.

Der Antrag auf Elternzeit, Teilzeit oder Beurlaubung aus familiären Gründen sowie auf Verlängerung des Beschäftigungsverhältnisses kann sowohl von der Mutter als auch vom Vater des Kindes gestellt werden. Die aufgezeigten Regelungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Wissenschaft ermöglichen sollen, sind begrüßenswert. Allerdings bestehen für die Wissenschaftler im Hochschulalltag - der häufig zeitlich nicht genau planbar ist - noch weitere Probleme, die es tagtäglich zu lösen gilt. So müssen die Kinder betreut werden, teilweise auch einmal zu späteren Tageszeiten oder bei Krankheit etc. Es fehlen an vielen Hochschulen leider noch ausreichend Plätze in Kindertagesstätten für die Betreuung der Kinder. Viele Hochschulen haben sich daher in den letzten Jahren die Familienfreundlichkeit zur Aufgabe gemacht.
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