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Sinnvolles Wachstum

Von JAN-MARTIN WIARDA

Gut, dass die Studentenzahl steigt - in den gefragten Fächern.

Sinnvolles Wachstum© Stephan Leyk - Fotolia.comDie Erstsemester des Jahres 2011 haben die Natur- und Ingenieurwissenschaften für sich entdeckt
Sie haben ja recht, die Mahner. Jene, die sagen, eine Riesenzahl sei noch keine Verheißung. Fast 2,4 Millionen Studenten bevölkern Deutschlands Hochschulen: eine halbe Million mehr als vor ein paar Jahren. Doch angesichts all der politisch korrekten Freudentänze fragt sich manch über dem Bildungsföderalismus zynisch Gewordener: Was soll das bringen - außer mehr potenziellen Taxifahrern?

Nein, die Millionenzahl an sich kann nicht die gute Nachricht sein, im Gegenteil: Die wäre nämlich in dem Rekordfetischismus der vergangenen Tage fast untergegangen. Denn hinter der Statistik verbirgt sich ein Wandel, der erfreulicher kaum sein konnte. Über viele Jahre ballten sich die Abiturienten in den Geistes- und Sozialwissenschaften - mit dem Ergebnis, dass Hochschulen und Arbeitsmarkt tatsächlich immer stärker Schlagseite bekamen.

Vorbei. Die Erstsemester des Jahres 2011 haben die Natur- und Ingenieurwissenschaften für sich entdeckt. Ob Maschinenbau, Informatik oder Elektrotechnik: Die Wachstumsraten liegen zwischen 17 und 23 Prozent. Es bestätigt sich damit auf atemberaubende Weise ein Trend, der sich zuvor bereits erahnen ließ.

Gerade noch zur rechten Zeit: Die starken Geburtenjahrgänge von einst gehen jetzt in Rente. Auf den Erstsemestern liegen enorme Hoffnungen, und so wird ihre große Zahl doch noch zur Verheißung. Nicht deswegen, weil sie überhaupt studieren. Sondern weil sie das Richtige studieren.

Aus DIE ZEIT :: 01.12.2011

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