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Soll ich eine Professurvertretung wahrnehmen?

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Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Entscheidung, ob eine angetragene Professurvertretung übernommen wird, muss sehr häufig sehr schnell gefällt werden. Hierbei können tatsächliche und/oder rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Die Professurvertretung ohne Ruf auf die zu vertretende Professur (Vertretung sine spe) kann in weiteren Bewerbungs- und Berufungsverfahren wertvoll sein, da der Lehrstuhlvertreter regelmäßig den gesamten Aufgabenkanon der zu vertretenden Professur in Forschung, Lehre und Selbstverwaltung übernimmt. Daher tendieren die meisten Angesprochenen zur Übernahme einer Vertretung.

In der Praxis wird häufig auch im Rahmen noch nicht abgeschlossener Berufungsverfahren schon während der Verhandlungen mit dem Berufenen übergangsweise die Vertretung der vakanten Professur angeboten (Vertretung cum spe).

Trotz des oft nachdrücklich geäußerten Wunsches zur - zeitnahen - Entscheidung über die Wahrnehmung einer Professurvertretung und des damit einhergehenden Entscheidungsdrucks sollten aber auch rechtliche Aspekte einer Vertretung betrachtet werden.

Zum Zwecke der Absicherung einer bereits vorhandenen (Mittelbau-) Stelle sollte diese etwa nicht sofort wegen der Wahrnehmung einer Professurvertretung gekündigt werden. Vielmehr wäre - sofern gewünscht - regelmäßig darauf hinzuwirken, dass zur Wahrnehmung einer Professurvertretung eine Beurlaubung ausgesprochen wird, damit nach der Vertretung die bisherige Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann.

Endlich kommt es auch auf die konkreten Bedingungen der Professurvertretung an (Gehalt, Nebenleistungen wie z.B. Reisekosten), die eine Kompatabilität mit den individuellen Verhältnisses des Professurvertreters herstellen oder ausschließen können.

Aus Forschung & Lehre :: Oktober 2015
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