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Später Wechsel in ein anderes Fachgebiet?

Später Wechsel in ein anderes Fachgebiet?© Stephen Rees - iStockphoto.com

Seit einem Jahr bin ich (31 Jahre) nach einem mit Auszeichnung bestandenen Studium und einer sehr guten Promotion nun PostDoc an einem Max-Planck-Institut. Seit langem interessiere ich mich für eine wissenschaftliche Laufbahn, habe stets herausragende Studienleistungen erbracht und zahlreiche Aspekte (wenige aber gute Publikationen, Stipendien, erfolgreiche Drittmitteleinwerbung, Freude an der Lehre, Anstellung bei namhaften Professoren) weisen darauf hin, dass eine Eignung für den Beruf eines Hochschullehrers nicht ausgeschlossen ist.

Leider habe ich erst sehr spät erkannt, dass ich keine außergewöhnliche Eignung für die Forschungsarbeit in meinem Fachbereich besitze. Trotz eines nachhaltigen und ausdauernden Interesses und viel harter Arbeit hat sich die Leichtigkeit eines "Flows" (wie ich ihn aus anderen Bereichen kenne) immer noch nicht eingestellt.

Welche Möglichkeiten gibt es auf dem wissenschaftlichen Weg, auch nach einer Promotion in dem einen Fachgebiet noch in andere Fachgebiete einzusteigen? Ist eine Zweitpromotion ratsam? Kennen Sie Wege, die den Übergang in eine FH-Professur (z.B. über hochschulferne Forschungseinrichtungen) erleichtern?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Grundsätzlich besteht nach einer Promotion die Möglichkeit, eine Habilitation im gleichen oder evtl. auch in einem verwandten Fachgebiet anzufertigen. Eine derartige Habilitation kann für eine weitere wissenschaftliche Karriere im universitären Bereich förderlich sein. Die Einstellungsvoraussetzungen für Hochschullehrer bestimmen sich nach den jeweiligen landesgesetzlichen Hochschulgesetzen und setzen in der Regel zunächst ein abgeschlossenes Hochschulstudium, eine pädagogische Eignung, eine besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch die Qualität einer Promotion nachgewiesen wird, voraus.

Für Professoren an Universitäten ist darüber hinaus eine zusätzliche wissenschaftliche Leistung erforderlich, welche beispielsweise durch eine Habilitation oder im Rahmen einer Juniorprofessur erbracht werden kann. Für Professoren an Fachhochschulen sind statt der letztgenannten Qualifikationsvoraussetzung besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erforderlich, die während einer fünfjährigen berufspraktischen Tätigkeit auf dem betreffenden Gebiet erbracht sein müssen.
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