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Studiengebühren abschaffen?

Von JAN-MARTIN WIARDA

Wird nun auch Bayern die Studiengebühren abschaffen? Oder schaffen Studiengebühren bessere Studienbedingungen?

Wahrer Mut© jmdphoto - Photocase.com
Horst Seehofer hänge sein Fähnlein nach dem Wind, schimpfte der studentische Dachverband fzs, nachdem der bayerische CSU-Ministerpräsident vergangene Woche erst die Studiengebühren und ihre Verwendung infrage stellte, um wenig später zurückzurudern: Eine Abschaffung stehe nicht auf der Agenda.

»Mehr Mut« forderte der fzs daraufhin - und lobte die Generalsekretärin der bayerischen FDP für ihre Ankündigung, die Gebühren möglichst schnell beseitigen zu wollen. Doch in Sachen Campus-Maut mutig sein heißt, sie eben nicht allein deswegen abschaffen zu wollen, weil Bayern neben Niedersachsen bald das letzte Gebührenland ist. Dass die Forderung nach dem Ende des unpopulären Bezahlstudiums im bayerischen Regierungslager jetzt ausgerechnet von Teilen der angeschlagenen FDP unterstützt wird, spricht Bände.

Mutig sein heißt derzeit, wie FDP-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch die Gebühren gegen den Strom zu verteidigen. Weil sie den Hochschulen mehr Einnahmen und den Studenten bessere Studienbedingungen bescheren. Mutig wäre es, endlich Geld in die Hand zu nehmen, um sie mit wirklich fairen Studiendarlehen abzusichern. Feige dagegen ist es, aus wahltaktischen Gründen jetzt einzuknicken.

Aus DIE ZEIT :: 21.07.2011

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