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Tipps für die richtige Bewerbung als Postdoc


Von Birk Grüling

Auch Bewerbungen auf Postdoc-Stellen unterliegen strengen Vorgaben und hohen Erwartungen seitens der Universitäten und Forschungseinrichtungen. Wie Sie mit Ihrer Bewerbung einen guten Eindruck hinterlassen, erklärt unser Postdoc-Bewerber-Guide.

Wissenschaftliche Karriere© Luis Pedrosa - istockphoto.comBewerbungstipps für eine erfolgreiche Bewerbung als Postdoc
Stellenanzeige genau lesen: Auch wenn der erste Tipp vielleicht etwas banal klingt, ist er doch sehr wichtig. Sie sollten die Ausschreibung für die Postdoc-Stelle sehr gründlich lesen und sich selbst ein paar Fragen beantworten: "Wie passt die Stelle in meine bisherige Forschungskarriere?", "Sind die wartenden Aufgaben reizvoll und bringen sie mich in meiner Laufbahn voran?" "Welche der Anforderungen erfülle ich und welche vielleicht nicht?". Aus der Beantwortung solcher grundlegender Fragen lässt sich auch ein Konzept für die Bewerbung ableiten.

Formalia beachten: "Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer mit den üblichen Unterlagen an..." Bei solchen Sätzen weiß man noch nicht genau, was eigentlich gefordert ist. Darum empfiehlt es sich, einmal bei der entsprechenden Universität bzw. Forschungseinrichtung nachzufragen, ob es dort allgemeine Hinweise und Richtlinien für die Postdoc-Bewerbung gibt. Diese Formalia sollten Sie unbedingt einhalten, um Unmut bei dem potenziellen Arbeitgeber zu verhindern. Dazu zählt übrigens auch das Berücksichtigen der üblichen Bewerbungsstandards für Passfotos oder Mappen.

Bewerbung per Post oder Email: Während sich in der freien Wirtschaft die Onlinebewerbung über Portale oder per Email weitgehend durchgesetzt hat, fordern viele Universitäten noch eine postalische Zusendung der Unterlagen. Wird in der Postdoc-Stellenausschreibung nicht explizit auf eine Bewerbung per Post oder Email hingewiesen, kann eine kurze Nachfrage am Institut sinnvoll sein. Bei diesem Anruf kann man außerdem gleich noch weitere unklare Formalia wie z.B. Dateiformat der Bewerbung, eine maximale Größe der Email-Anhänge oder das Beilegen von Referenzen, klären. Auch hierbei gilt, als Bewerber muss man sich unbedingt an die geforderte Form halten und sollte nicht nach persönlichem Geschmack handeln.

Ein Exposé/Anschreiben: Es kommt immer wieder vor, dass Forschungseinrichtungen und Fachbereiche ein längeres Exposé von den Bewerbern fordern. Darin soll die Vereinbarkeit des eigenen Forschungsprofils mit dem ausgeschriebenen Postdoc-Arbeitsbereich erläutert werden. Hierbei gilt: Eine fokussierte Ausführung über die eigene Arbeit und Vorkenntnisse zählt mehr als ein zwölfseitiger Roman.

Zeugnisse: Falls es in der Ausschreibung gefordert ist, sollten Sie Dokumente wie das Master- oder Diplomzeugnis, die Promotionsurkunde und auch das passende Arbeitszeugnisse beigelegt werden. Alle Zeugnisse müssen dabei beglaubigt sein. Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Niemand braucht ein altes Abiturzeugnis oder das Arbeitszeugnis von einem Studentenjob im Restaurant.

Die Veröffentlichungsliste: Ein wichtiger Nachweis der wissenschaftlichen Kompetenz von Postdocs ist die Veröffentlichungsliste, bestehend aus Büchern und Artikeln bzw. Reviews in High Ranked Journals. Je nach Wunsch der Universität bzw. Forschungseinrichtung können auch exemplarische Artikel beigefügt werden. Interessant könnten außerdem besondere Vorträge auf Tagungen oder Kongressen sein.

Qualifikationen in der Lehre: Wenn die ausgeschriebene Postdoc-Stelle auch Aufgaben in der Lehre umfasst, ist es sinnvoll eine Übersicht über bereits gegebene Veranstaltungen mit Kurzbeschreibungen aufzustellen. Dabei sollten Sie gegebenenfalls auch Evaluationen, Lehrkonzepte oder Fortbildungen in der Didaktik aufführen.

Weitere Qualifikationen: Neben den wissenschaftlichen Anforderungen an neue Postdocs setzen viele Arbeitgeber, gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern, auch berufspraktische Qualifikationen voraus. Dazu könnten zum Beispiel Kenntnisse in Programmiersprachen wie C++ oder im Umgang mit Statistikprogrammen zählen. Aber auch Qualifikationsnachweise aus dem Bereich Social Media oder dem Journalismus können hier von Bedeutung sein.

Soft Skills: Es ist sinnvoll, auf besondere Soft Skills zu verweisen, die für die Ausübung der Stelle wichtig sein könnten. Dazu gehören zum Beispiel Leitungserfahrungen als Nachwuchsgruppenleiter, kommunikative Kompetenzen oder interkulturelle Fähigkeiten wie Mehrsprachigkeit oder Forschungserfahrungen im Ausland.

Empfehlungsschreiben: In der Wissenschaft ist es üblich, Empfehlungsschreiben von Doktorvätern oder Betreuern einer Abschlussarbeit der Bewerbung beizulegen. Gerade die lobenden Worte einer echten Koryphäe des Fachbereichs können dabei durchaus Türen öffnen.

Netzwerke nutzen: War der eigene Doktorvater ein Studienfreund des Institutsleiters oder haben Sie auf der letzten Konferenz bereits mit einem Professor dieses Fachbereichs ein längeres Gespräch geführt - auch bei der Postdoc-Bewerbung dürfen Netzwerke innerhalb des Fachbereichs gerne genutzt werden und sei es nur, um Informationen über den potenziellen neuen Arbeitgeber zu sammeln. Eine gute Empfehlung unter Kollegen oder das Wissen um die gestellten Erwartungen kann den eigenen Chancen auf eine Postdoc-Stelle jedenfalls kaum schaden.

academics :: Mai 2012

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