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Trotz eines attraktiven Angebots aus Amerika in Deutschland bewerben?

Trotz eines attraktiven Angebots aus Amerika in Deutschland bewerben?© Hans Klamm - iStockphoto.com

Am 1. Januar werde ich - 36, Geisteswissenschaftler - eine Stelle an einer sehr renommierten amerikanischen Universität antreten (Assistant Prof, nach einem Jahr potentiell Associate/Tenure).

Nun fordert man mich auf, mich an einer deutschen, auch sehr renommierten, Hochschule zu bewerben - und dies nachdem ich die Deadline, obwohl bereits damals zur Bewerbung aufgefordert, mit Verweis auf die Stelle in den USA, habe verstreichen lassen. Soll ich mich nun bewerben? Was muss ich beachten?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Zunächst beglückwünschen wir Sie zum Antritt Ihrer Stelle als Assistant Professor an einer sehr renommierten amerikanischen Universität. Ob Sie sich nunmehr auch an einer anderen deutschen, sehr renommierten Universität bewerben sollen, ist nur sehr schwer zu beantworten.

Dass man Sie explizit auffordert, sich zu bewerben, spricht insbesondere für das Gewinnungsinteresse der Hochschule an Ihrer Person. Dies könnte darüber hinaus darauf hindeuten, dass andere gleich qualifizierte Bewerber möglicherweise nicht zur Verfügung stehen. Insgesamt hängt die Frage, ob Sie sich bewerben sollen oder nicht davon ab, ob Sie diese Stelle interessiert und ob Sie sich vorstellen könnten, an dieser Universität in Deutschland zu arbeiten.

Darüber hinaus sollten Sie für sich einmal abwägen, inwieweit die Gefahr besteht, dass Sie die Stelle in USA insofern gefährden könnten, als man Ihnen vorwirft, Sie verhielten sich illoyal. Dies gilt umso mehr, als Sie die Assistant Professur erst zum 1. Januar 2009 bekleiden werden.
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