Das Karriereportal für Wissenschaft & Forschung von In Kooperation mit DIE ZEIT Forschung und Lehre

Universitäts-Professur ohne Habilitation?

Universitäts-Professur ohne Habilitation?© Flügelwesen - Photocase.com

Ich bin 42 Jahre alt, habe promoviert (summa cum laude) und über 100 Publikationen im Rahmen meiner Forschungsprojektarbeit verfasst. Ansonsten leite ich seit 10 Jahren eine Forschungsgruppe und habe über 10 Mio. Drittmittel eingeworben.

Desweitern habe ich zahlreiche Preise bekommen und bin seit über 10 Jahre in der universitären Lehre tätig. Mein Eindruck: Ohne Habilitation bekommt man nur sehr schwer eine Professur - und mit 42 Jahren gehört man fast zum alten Eisen. Also die klassische Sackgasse. Wie komme ich da wieder heraus?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: In der Tat ist es in der deutschen Hochschullandschaft zumindest in vielen Fällen schwierig, ohne Habilitation eine Universitäts-Professur zu bekommen. Selbst mit Habilitation erhalten nur ca. 40% der Habilitierten einen Ruf (vgl. Wagnis Wissenschaft, Akademische Karrierewege und das Fördersystem in Deutschland, hrsg. von Anke Burkhardt, Leipzig 2008).

Des Weiteren ist zu bedenken, dass Sie nach einem eventuellen Abschluss einer Habilitation gegebenenfalls in manchen Bundesländern die Alterseinstellungsgrenze für Beamte überschritten haben könnten, und insoweit lediglich im Angestelltenverhältnis beschäftigt werden könnten. Vielleicht besteht unter Hinweis auf Ihre zehnjährige Tätigkeit in der universitären Lehre und Ihre zahlreichen Publikationen die Möglichkeit, bei der Universität die Verleihung des Titels "außerplanmäßiger Professor" zu beantragen. Auch FH-Professuren könnten in Betracht zu ziehen sein.