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Unternehmensberater: Tausche Labor gegen Laptop

Von Sabrina Schwarz

Naturwissenschaftler, die nach dem Studium erst einmal genug vom Forschen und Entwickeln haben und anstatt mit Laugen, Pflanzenresten oder Gewebeproben lieber mit Menschen zu tun haben möchten, die könnten in der Unternehmensberatung bzw. im Consulting ihren Traumjob finden. Über das Berufsbild Unternehmensberater, Aufgaben und Voraussetzungen.

Unternehmensberater: Tausche Labor gegen Laptop© Picture-Factory - Fotolia.comIn der Unternehmensberatung wird zunehmend auf Absolventen der Naturwissenschaften gesetzt
Viele große Beratungsunternehmen suchen längst nicht mehr nur Betriebswirte, sondern setzen zunehmend auch auf die analytischen Fähigkeiten von jungen Chemikern, Biologen oder Mathematikern. Bereits im Studium haben Naturwissenschaftler gelernt, systematisch und sachlich an Aufgabenstellungen heranzugehen, Lösungen zu entwickeln und komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären. Und genau auf diese Kompetenzen kommt es in der Consulting-Branche an. Zusätzlich haben Unternehmensberatungsfirmen inzwischen häufig Abteilungen, die sich speziell mit den Bereichen Pharma und Healthcare befassen und auch die großen Pharmaunternehmen selbst oder sogar Krankenhäuser beschäftigen zunehmend ihre eigenen Berater. Der Bedarf an beratenden Experten ist also groß.

Stratege mit Sachkompetenz

Die Aufgaben in der Unternehmensberatung ähnelt im Prinzip dann auch denen eines Forschers. Er entwickelt mögliche Lösungen und Strategien für seine Kunden und spielt durch, wie sich dessen Probleme in jeder Vision verändern würden. Dabei beurteilt und plant er die Markt- oder Kundenausrichtung eines Unternehmens und entwickelt Vorschläge zur Verkaufsstrategie oder zu Markteintrittsstrategien. Berater optimieren organisatorische Abläufe oder geben Empfehlungen für das Personalmanagement. Branchenspezifisches Fachwissen hilft Naturwissenschaftlern im Consulting enorm, um mit Kunden beispielsweise aus der Chemie- oder Biotech-Branche bis ins kleinste Detail diskutieren zu können und sie das Problem auch von der Klientenseite her verstehen können. Für ihre Teamkollegen können sie Anforderungen und Lösungsstrategien anschließend sozusagen übersetzen.

Als Berater vor Ort

Unternehmensberater arbeiten äußerst praxisorientiert an vorderster Front an relevanten Fragestellungen und können darüber hinaus das direkte Resultat ihrer Arbeit zeitnah betrachten. Dabei sitzen Consultants auch schon einmal mit dem Laptop beim Klienten vor Ort, um sich ein persönliches Bild von dessen Unternehmensstrukturen und Problemen zu machen. Der Job zählt somit nicht unbedingt zu den klassischen Nine-to-five-Jobs und erfordert an hohes Maß an Flexibilität. Er bringt durch die Vielfältigkeit der Kundenanfragen jedoch auch immer interessante Herausforderungen und neue Perspektiven mit sich.

Neben der Fähigkeit analytisch, strukturiert und hypothesengeleitet zu denken, müssen Unternehmensberater vor allem in der Lage sein, sich innerhalb kürzester Zeit intensiv in vollkommen neue Themen einzuarbeiten. Außerdem sind Durchsetzungsvermögen, Kommunikationstalent und ein seriöses Auftreten im Consulting unbedingt erforderlich. Fremdsprachenkenntnisse werden vor allem in größeren und international ausgerichteten Beratungsunternehmen vorausgesetzt. Das betriebswirtschaftliche Know-how und grundlegende Fähigkeiten im Projektmanagement können Naturwissenschaftler meist in firmeninternen Fortbildungen und Trainings erwerben, um optimal für die vielfältigen Aufgaben als Consultant gewappnet zu sein.


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academics :: März 2013

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