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Vaude - Nachhaltige Outdoor-Kleidung

Von Birk Grüling

Outdoorausrüster Vaude möchte bis 2015 der nachhaltigste und umweltfreundlichste Outdoor-Ausrüster Europas werden. Für die bisherigen Schritte dorthin wurde das Unternehmen bereits mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Vaude - Nachhaltige Outdoor-Kleidung© VaudeVaude würde für sein nachhaltiges Engagement mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet
Nachhaltigkeitsstrategie: Bei Vaude hat man sich in Sachen Nachhaltigkeit ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2015 will das Familienunternehmen aus Tettnang am Bodensee der umweltfreundlichste Outdoor-Ausrüster Europas werden. "Wir arbeiten dafür in all unseren fünf Handlungsfeldern - Standort, Mitarbeiter, Händler, Endkunden und Produzenten", erklärt Julia Bauer, bei Vaude für Nachhaltigkeitskommunikation zuständig.

Auch wenn sich Outdoor-Hersteller gerne naturverbunden geben, ist das grüne Image der Branche nicht fleckenlos. So können beispielsweise wasserdichte Materialien für Jacken oder Hosen nur unter Einsatz von Chemikalien hergestellt werden. Da ist auch Vaude kaum eine Ausnahme, auch wenn man sich Mühe gibt. Mit dem eigenen Label GreenShape versucht das Unternehmen eine ressourcenschonende Produktpalette zu etablieren, die zu mindestens 90 Prozent aus Biobaumwolle, recycelten Materialien und der Holzfaser Tencel besteht. Auch Taschen will man langfristig ohne PVC-Material herstellen. "Bei der Bekleidung haben wir schon heute einen GreenShape-Anteil von über 50 Prozent. Das Ziel sind 80 Prozent in der Bekleidung und bei den Kindersachen 100", erklärt sie. Dass die Produktionskosten steigen können, nimmt man dafür in Kauf. Die Rückmeldungen der Kunden sind bisher positiv. Heutzutage seien immer mehr Kunden bereit, mehr Geld für grünere Produkte auszugeben, so Bauer. Produziert werden allerdings auch die nachhaltigen Produkte nur zum Teil in Deutschland, die größten Produktionsstandorte liegen in China und Vietnam. Um dort Kinderarbeit und Dumping-Löhne zu verhindern, ist Vaude der Fair Wear Foundation beigetreten, einer Organisation, die sich weltweit um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Textilindustrie kümmert. Mehr als die Hälfte aller Zulieferer wurden bereits auditiert. "Wir produzieren hochwertige Outdoorausrüstung, dafür brauchen wir auch ausgebildete Fachkräfte, denen wir übertarifliche Löhne zahlen", erklärt Bauer. Allerdings orientieren sich diese Löhne an den Bestimmungen der Länder, dort reichen die Mindestlöhne oft kaum zum Überleben.

Nachhaltig auch für die Mitarbeiter

Trotz strenger Kontrollen durch die Fair Wear Foundation, gab es 2011 trotzdem einen Fall von Kinderarbeit. Dieser ist inzwischen behoben. "Wir setzen hier auf Transparenz. Den gesamten Vorgang kann man in unserem Nachhaltigkeitsbericht nachlesen", betont sie. Nachhaltig will man auch am Standort Tettnang selbst sein, der Firmensitz ist seit einigen Jahren klimaneutral. Es gibt organisierte Fahrgemeinschaften und E-Bikes zur freien Benutzung. Gleich auf dem Gelände der Unternehmenszentrale gibt es außerdem eine Kita, geöffnet für Kinder der Mitarbeiter und Bewohner der Umgebung gleichermaßen. "Unsere Geburtenrate im Unternehmen ist enorm gestiegen. Sie liegt dreimal höher als der Bundesdurchschnitt", sagt Bauer. Für Eltern gibt es Teilzeit- und Homeoffice-Lösungen. Familie und Karriere soll schließlich vereinbar sein. Auch auf die Quote von 33 Prozent Frauen in Führungspositionen ist man stolz. Für das Engagement wurde Vaude bereits mit Preisen, wie dem B.A.U.M.-Umweltpreis und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

academics :: Juni 2013


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