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Vor- und Nachteile eines Zweitstudiums für meine weitere berufliche Laufbahn?

Welche Vor- und Nachteile bringt ein Zweitstudium für meine weitere berufliche Laufbahn?© morganl - iStockphoto.com

Nach meinem Biochemiestudium habe ich zunächst eine vielversprechende wissenschaftliche Laufbahn begonnen - Promotion, Postdoc, wissenschaftliche Mitarbeiterin - bevor ich mich dann zur Gründung einer Familie und auf Grund der damit verbundenen zeitlichen Beschränkung zum zeitweiligen Rückzug aus der Wissenschaft entschloss.

Jetzt bin ich zwar wieder im akademischen Bereich tätig, u.z. im Projektmanagement, aber ohne die frühere Begeisterung für meine Arbeit. In letzter Zeit verspüre ich deshalb immer mehr Lust, noch einmal etwas Neues anzufangen und evtl. sogar nochmal zu studieren - interessieren würden mich z. B. Bioinformatik, Ökologie oder Psychologie.

Die finanziellen und zeitlichen Belastungen mal außen vorgelassen, habe ich dazu vor allem folgende Fragen: Wie wären die Zulassungsbestimmungen in diesen Fällen, würden mir mit einem angeschlossenen Studium dann bestimmte Kurse angerechnet und hat man als Späteinsteiger (Anfang 40) überhaupt eine Chance?


Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die einzelnen Zulassungsvoraussetzungen, insbesondere die Möglichkeit der Kombination der Bioinformatik, Ökologie und Psychologie hängt von der einzelnen Hochschule ab, an der Sie sich bewerben. Hier könnten Sie sicherlich bei den jeweiligen Studienberatungen der Hochschulen Informationen bekommen. Auch könnte Ihnen die jeweilige Hochschule - sicherlich das jeweilige Prüfungsamt oder Dekanat - Auskunft darüber geben, ob bestimmte Veranstaltungen in Anbetracht Ihres bereits abgeschlossenen Studiums der Biochemie angerechnet werden könnten. Ob Sie - um auf Ihre zweite Frage zu kommen - als Späteinsteiger eine spätere berufliche Chance hätten, lässt sich von hier aus nur schwerlich beantworten. In jedem Fall wird Ihnen das Studium sehr viel leichter fallen als den jüngeren Kollegen, da Sie durch Ihre bereits vorhandene wissenschaftliche Erfahrung ein Studium ganz anders bewältigen können.

Eine breitgefächerte herausragende Ausbildung wird sicherlich auch für spätere Arbeitgeber von Interesse sein. Für einen Arbeitgeber spielt es ggfs. eine Rolle, wie alt Sie sind, bei einer Verbeamtung. Eine Beamtenstelle an einer Hochschule könnten Sie sicherlich nach Abschluss des zweiten Studiums nicht mehr erhalten, da Sie die Einstellungsaltersgrenzen überschreiten würden. Auch ist nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Arbeitgeber im privaten Bereich in Anbetracht Ihres Alters über eine Einstellung länger nachdenkt, da Sie möglicherweise - orientiert an bestimmten Besoldungssystemen mit Dienstaltersaufstieg - eine sehr hohe Vergütung bei Einstieg erhalten müssten. Allerdings wird auch bei einem privaten Arbeitgeber aller Wahrscheinlichkeit nach der Gedanke überwiegen, dass Sie schon reichlich Berufserfahrung haben und eine ganz individuelle Qualifikation vorweisen können durch die Fächerkombination. Im öffentlichen Dienst dürften Sie ohnehin bei der Einstellung wegen Ihres Alters nicht benachteiligt werden. Ein Zweitstudium anzufangen und bereits das 40. Lebensjahr erreicht zu haben, ist kein gewöhnlicher Weg.

Auch ist letztlich natürlich nicht auszuschließen, dass der eine oder andere potentielle Arbeitgeber über Ihr Alter bei einer Bewerbung nachdenkt. Letztlich tragen Sie aber den Vorteil der abgeschlossenen Familiengründung und der breiten Fächerkombination und damit herausragender Qualifikation bei der Absolvierung eines Zweitstudiums in sich und dies könnte auch wieder zu Vorteilen führen. Leider können wir Ihnen keine abschließende Auskunft darüber geben, ob der Beginn eines Zweitstudiums in Ihrem Alter wirklich sinnvoll ist. Wir konnten Ihnen nur Gedanken skizzieren, die hier von Ihnen bei einer Entscheidung mit in Betracht gezogen werden könnten.
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