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Von LEONIE ACHTNICH

Wie andere Länder mit dem Sitzenbleiben umgehen.

Finnland

In Finnland gibt es das Sitzenbleiben nur im Ausnahmefall. Schwache Schüler bekommen grundsätzlich Förderunterricht. Besteht einer ein Fach oder mehrere Fächer nicht, kann die Wiederholung der Klasse in Betracht gezogen werden. Der Schüler kann aber auch in Nachholprüfungen beweisen, dass er doch fähig ist, die nächste Klasse zu besuchen.

England

Es gibt kein Sitzenbleiben - alle rücken weiter. Nur in Ausnahmefällen entscheidet die Schule, dass ein Schüler einer anderen Altersgruppe zugewiesen werden kann, allerdings nur mit Zustimmung der Eltern.

Frankreich

Das Land ist nach Spanien europäischer Spitzenreiter im Sitzenbleiben. Von den 15-Jährigen hat jeder dritte bereits wiederholt. Wer weniger als 10 von 20 Punkten holt, bleibt sitzen. Die Eltern können dagegen Einspruch erheben.

Japan

Ein Schüler, der zu seiner Scham eine Klasse wiederholen muss? In Japan, wo stets darauf geachtet wird, dass keiner sein Gesicht verliert, ist das undenkbar. Mangelndes Können wird hier mit Fleiß wettgemacht: Schon durchschnittliche Schüler besuchen mehrmals pro Woche am Abend eine Art Nachhilfeschule, in der sie zusätzlich zum Standardunterricht fit gemacht werden für weiterführende Schulen.

Island

In Island gibt es keine Regelung zum Sitzenbleiben, das Gesetz legt aber fest, dass die Pflichtschulzeit allgemein zehn Jahre beträgt.

Norwegen

Das Land kennt kein Sitzenbleiben. Jedes Kind hat Anspruch auf Nachhilfe, dazu kommen extra Assistenten an die Schule, die parallel zum normalen Unterricht Förderstunden geben.

Polen

In Polen droht das Sitzenbleiben erst ab der 4. Klasse, dann reicht allerdings bereits ein nicht bestandenes Fach. Es gibt aber Nachholprüfungen und die Möglichkeit einer bedingten Versetzung. Sitzenbleiben ist nur einmal pro Schulform erlaubt. In der Praxis bleiben circa fünf Prozent der Schüler sitzen.

Aus DIE ZEIT :: 30.06.2011

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