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Welche Bedeutung haben Lehrevaluationen?

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Die Antwort des DHV-Expertenteams: In Zeiten allgegenwärtiger Rankings hat neben der Akkreditierung von Studiengängen die Evaluation von Forschung und Lehre eine zunehmend große Bedeutung als Qualitätssicherungsmittel erhalten. Bereits hochschulrahmenrechtlich verankert, können Evaluationen heutzutage Berücksichtigung finden bei Gehalts- oder Ausstattungsverhandlungen.

Sowohl die jeweiligen Besoldungsgesetze als auch die Leistungsbezügeverordnungen der Länder bzw. die entsprechenden Hochschulsatzungen nennen erfolgreiche Evaluationsergebnisse als Kriterium für die Gewährung besonderer Leistungsbezüge.

Hinsichtlich der Evaluation selbst überlässt der Gesetzgeber die genaue Ausgestaltung im Wesentlichen dem universitären Satzungsrecht. Die studentische Lehrevaluation wird dabei zumeist veranstaltungsbezogen vorgenommen. Am Ende des Semesters beantworten Studenten anonymisiert Fragen zum Stil des Dozenten oder zur Verständlichkeit der Veranstaltung.

Etwas in Vergessenheit gerät dabei zumeist, dass insbesondere Lehrevaluationen einen Eingriff in die Lehrfreiheit des einzelnen Wissenschaftlers darstellen. Diese können nur dann rechtmäßig sein, wenn sie angemessen sind und auf einer verfassungsgemäßen Grundlage basieren.

Qualitätssicherung des Studiums kann diesbezüglich durchaus ein verfassungsrechtlich legitimes Ziel sein, das durch Evaluationen erreicht werden kann. Verfassungsrechtlich erforderlich ist jedoch, dass die Evaluationskriterien wissenschaftsadäquat sind. Daher müssen diese von den Hochschullehrern beschlossen werden.

Von selbst sollte sich verstehen, dass Evaluationsdaten vertraulich zu behandeln sind und eine Veröffentlichung gegen den Willen des jeweiligen Hochschullehrers regelmäßig ausgeschlossen ist. Auch die zur Regel gewordene Lehrevaluation einer einzigen Vorlesung ist keineswegs gesetzlich zwingend. Hochschulen dürften jederzeit andere Lehrevaluationsformate wählen.

Aus Forschung & Lehre :: Februar 2015
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