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Welche Berücksichtigung findet Kindererziehung im WissZeitVG?

Welche Berücksichtigung findet Kindererziehung im WissZeitVG?© jba - photocase.com

Zur Zeit bin ich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter auf Grundlage des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) beschäftigt. Inwieweit findet hier die Zeit der Kindererziehung Berücksichtigung?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Für die Befristung von Arbeitsverträgen wissenschaftlicher Mitarbeiter an staatlichen Hochschulen findet das Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (WissZeitVG) Anwendung. Dieses stellt neben den allgemeinen arbeitsrechtlichen Regelungen des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG) zusätzliche, besondere Befristungsmöglichkeiten für die akademische Qualifikationsphase zur Verfügung. Als zulässige Höchstbefristungsdauer sind dabei grundsätzlich sechs Jahre vor und sechs Jahre (im Bereich der Medizin neun Jahre) nach der Promotion vorgesehen. Innerhalb der jeweils zulässigen Befristungsdauer sind auch Verlängerungen eines befristeten Arbeitsvertrages möglich. Die Hochschule kann die Höchstbefristungsdauer vollständig ausnutzen, ist hierzu aber nicht verpflichtet.

Die insgesamt zulässige Höchstbefristungsdauer verlängert sich bei Betreuung eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren um zwei Jahre je Kind (sog. familienpolitische Komponente). Es handelt sich um eine Verlängerungsoption, deren Nutzung vom Mitarbeiter nicht erzwungen werden kann. Zudem sieht das Gesetz in einer weiteren Regelung vor, dass sich die jeweilige Dauer eines befristeten Arbeitsvertrages im Einverständnis mit dem Mitarbeiter insbesondere um Zeiten einer Inanspruchnahme von Elternzeit und Zeiten des Mutterschutzes in dem Umfang verlängert, in dem eine Erwerbstätigkeit nicht erfolgte. Diese Zeiten werden nicht auf die zulässige Höchstbefristungsdauer angerechnet. Im Gegensatz zur "familienpolitischen Komponente" ist diese Verlängerung als Rechtsanspruch ausgestaltet.

Aus Forschung & Lehre :: März 2014
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