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Welche Mechanismen für Konfliktlösungen an Hochschulen gibt es?

VON DIRK BÖHMANN

Die Bewältigung von Konflikten oder der Konfliktfolgen nehmen einen nennenswerten Anteil der Arbeitszeit an Hochschulen ein.

Welche Mechanismen für Konfliktlösungen an Hochschulen gibt es?© claudiarndt - photocase.deKonfliktmanagement gewinnt auch an Hochschulen zunehmend an Bedeutung
Konflikte und die Mechanismen zur Konfliktlösung spielen im Arbeitsalltag der Hochschulen eine nicht zu vernachlässigende Rolle, da die Bewältigung von Konflikten oder Konfliktfolgen einen nennenswerten Anteil der Arbeitszeit beansprucht.

Theoretisch ist eine Konfliktlösung unproblematisch: Es gilt, die Ursachen des Konfliktes zu erkennen und, falls möglich, zu beseitigen. Allerdings gestaltet sich bereits das Erkennen in der Praxis oft schwierig.

Als wirksamste Form des Konfliktmanagements stellt sich das Konfliktgespräch dar. In diesem lassen sich in der Regel Missverständnisse und Konfliktursachen ausräumen. Grundsätzlich kann ein Konflikt entweder durch Einigung der Parteien gelöst werden oder mangels Lösungsmöglichkeiten lediglich offengelegt werden. Bereits das Offenlegen eines Konfliktes ist vielfach besser, als einen unausgesprochenen Konflikt fortzuführen.

Als Moderator eines Konfliktes sollte man inhaltlich neutral bleiben, das Gespräch aber durchaus auch unter Nutzung der eigenen Autorität hin zu einer Konfliktlösung steuern. Entscheidend ist, dass die Fortführung des Konfliktes für die Konfliktparteien subjektiv schmerzhafter ist, als den Konflikt beizulegen. Hier kann man beispielsweise Sanktionen für den Fall der Nichteinigung in den Raum stellen.

Ein weiteres wirksames Instrument im Rahmen von Konfliktlösungen ist die Technik des "aktiven Zuhörens". Aktives Zuhören bedeutet einerseits, dem Gesprächsteilnehmer Fragen zu stellen, andererseits ihn ausreden zu lassen. Nur auf diese Weise lassen sich vernünftige und gemeinsam getragene Konfliktlösungen finden. Im Rahmen des aktiven Zuhörens zeigt man dem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit sowohl im verbalen als auch im nonverbalen Auftreten. Es bewährt sich, die Aussagen des Gesprächspartners mit eigenen Worten zu paraphrasieren, um so zu gewährleisten, dass das Gesagte tatsächlich richtig verstanden wurde.

Aus Forschung & Lehre :: Juni 2015

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