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Weltweite Anerkennung des Doktortitels

Die Anerkennung des in Deutschland erworbenen Doktortitels im Ausland erfolgt nicht immer automatisch, sondern nach Einzelfallprüfung. Was ist für die Anerkennung zu tun, wo gelingt die Anerkennung leichter und in welchem Land ist mit größeren Hürden zu rechnen?
Deutsche Hochschulabschlüsse und akademische Grade werden im Ausland nicht automatisch anerkannt - das gilt auch für den Doktortitel. Daran hat auch der Bologna-Prozess zur Angleichung der Studienstrukturen nichts geändert. Jeder Fall muss nach Angaben der Kultusministerkonferenz einzeln geprüft werden, sofern in bilateralen oder europäischen Abkommen nichts anderes geregelt ist. Zuständig für die Einzelfall-Entscheidungen sind die Hochschulen oder Behörden des jeweiligen Landes, manchmal auch der jeweilige Arbeitsgeber. Deutsche Stellen haben nach Angaben des Bundesbildungsministeriums "keinerlei Einwirkungsmöglichkeit auf ausländische Anerkennungsentscheidungen".

Äquivalenzabkommen regelt die Anerkennung des Doktortitels

Anhaltspunkte dafür, wie einfach oder wie kompliziert die Anerkennung Ihres Doktortitels im Ausland werden wird, können Sie bestenfalls in sogenannten Äquivalenzabkommen finden. Das sind Abkommen, in denen Staaten die gegenseitige Anerkennung von Hochschulgraden regeln. Deutschland hat derzeit mit 15 Staaten solche Vereinbarungen getroffen, zudem gibt es bilaterale Erklärungen mit Russland, Australien und Palästina. Darüber hinaus gibt es Konventionen des Europarates, die Regelungen für die gesamte europäische Region beinhalten. Die wichtigste davon ist die Lissabonner Anerkennungskonvention, die bereits von mehr als 50 Staaten unterzeichnet wurde.

Wie wird der Doktortitel in angloamerikanischen Ländern anerkannt?

Besonders schwierig gilt die Anerkennung deutscher Abschlüsse in anglo-amerikanischen Ländern. So verfolgt Großbritannien nach Angaben der Kultusministerkonferenz eine "restriktive Anerkennungspraxis", an der sich auch die Commonwealth-Länder orientieren. In den USA haben die Hochschulen nach Angaben der Kultusministerkonferenz eine sehr starke Autonomie, sodass "die Hochschulen Anerkennungsentscheidungen im Wesentlichen nach der Interessenlage ihrer Träger vollziehen". Ähnlich sieht es in Kanada aus. Deshalb konnte Deutschland mit dieser Ländergruppe bislang keine Äquivalenzabkommen schließen, sondern lediglich individuelle Kooperationsabkommen mit einzelnen Einrichtungen.
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