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Wer gestaltet, wird belohnt

 

Es gibt viele Stiftungen, die Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland fördern. Gleichwohl hat der Deutsche Hochschulverband eine Deutsche Universitätsstiftung neu gegründet. Welche Ziele werden damit verbunden?

Wer gestaltet, wird belohnt: Deutsche Universitätsstiftung© Forschung und LehreHubertine Underberg-Ruder, Verwaltungsratspräsidentin der Underberg AG, Dietlikon/ZH
Forschung & Lehre: Sie sind ein wichtiges Mitglied des Präsidiums der neugegründeten Deutschen Universitätsstiftung. Was waren Ihre Gründe für dieses Engagement?

Underberg-Ruder: Ich habe Freude am Neuen und bin grundsätzlich neugierig. Es bereichert mich, mit anderen, die diese Einstellung teilen, zusammen zu treffen und zu arbeiten. Vielleicht gelingt es in der Deutschen Universitätsstiftung, ein neugierig aufgeschlossenes Klima zu schaffen, in dem mit Elan und Begeisterung das Zukunftsthema "Hochschule von morgen in der Gesellschaft von morgen" angepackt wird. Ich bin überzeugt, wenn das der "Spirit" ist, wird die Deutsche Universitätsstiftung Erfolg haben.

F&L: Können Sie ein Beispiel geben für einen solchen "Geist des Aufbruchs"?

Underberg-Ruder: Wenn man heute in Osteuropa reist und den Aufbruch dieser jungen Gesellschaften erlebt, die sich von der Weltwirtschaftskrise kaum beeindrucken lassen und das, obwohl die Aussichten objektiv schlechter sind als in Deutschland, dann erlebt man die ansteckende Wirkung von Begeisterung, Neugier und Aufgeschlossenheit.

Mit meinem Engagement bei der Deutschen Universitätsstiftung möchte ich dazu beitragen, dass die Hochschule von morgen diesen Geist in Wirtschaft und Gesellschaft hineinträgt.

F&L: Die Deutsche Universitätsstiftung will Bildung und Wissenschaft fördern. Warum sind ausgerechnet diese Bereiche für unsere Gesellschaft so bedeutsam?

Underberg-Ruder: Bildung und Wissen sind Rohstoffe, von denen unser Land lebt. Es sind Rohstoffe, die den Nachteil haben, dass man sie pflegen muss, aber den unschätzbaren Vorteil, dass sie vermehrbar, im besten Sinne "regenerativ" sind. Deutschland hat in der Vergangenheit Standards in vorderster Front gesetzt.
Die Herausforderungen in der heutigen globalisierten Welt sind neu. Wir stehen heute mit allen anderen Menschen und Gesellschaften weltweit im Wettbewerb. Wie kann dies gelingen? Zunächst sollten wir wahrnehmen, wie gut unsere Ausgangsposition ist, welche Stärken wir haben. Wir sind das Land der Dichter und Denker ebenso wie der Technik. "Made in Germany" genießt weltweite Anerkennung. Mit meinem Engagement für die Deutsche Universitätsstiftung möchte ich dazu beitragen, dass der Rohstoff Bildung und Wissen in unserem ansonsten rohstoffarmen Land nicht nur gepflegt und anerkannt wird, sondern auch in Wirtschaft und Gesellschaft hinein wirkt, zu unser aller Wohl.

F&L: Und was motiviert Sie von Ihrer Lebenserfahrung her für ein Engagement?

Underberg-Ruder: Dankbarkeit! Ich habe in diesem Land eine gute Ausbildung erhalten. Gerne möchte ich dazu beitragen, dass auch heutige und zukünftige Studenten eine solide Basis für ihren Weg in Wirtschaft und Gesellschaft erhalten.
F&L: Welche Aufgaben sehen Sie für die Zukunft für die Deutsche Universitätsstiftung, wo wollen Sie ansetzen?

Underberg-Ruder: Damit die Deutsche Universitätsstiftung ihre Ziele, besonders des Brückenschlagens von Wissenschaft zu Wirtschaft und Gesellschaft, erreicht, bedarf es vieler Mithelfer, Mitdenker und Mitgestalter. Ich mache nur bei etwas mit, von dem ich überzeugt bin. Hier möchte ich ansetzen - Bewusstsein schaffen dafür, wie wichtig unsere Hochschulen im wirtschaftlichen wie im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang sind. Meiner Wahrnehmung nach ist da auch durch die Auseinandersetzung mit den Folgen der Globalisierung eine gute Entwicklung zu sehen, die wir in der Deutschen Universitätsstiftung verstärken sollten. Vielerorts ist man aufgewacht und es ist klar geworden, wie wichtig das Zusammenspiel der Universitäten mit ihrem Umfeld ist.
Darüber hinaus brauchen wir eine Haltung des Zupackens. Und da sehe ich zurzeit gute Anzeichen. Immer mehr Menschen nehmen wahr - gerade jetzt in der Krise -, dass wir mit der Einstellung "Das sollen andere tun/das soll der Staat tun" die Zukunft nicht meistern werden. Wer zupackt und gestaltet, wird mit dem Ergebnis bestens belohnt.

F&L: Braucht die Deutsche Universitätsstiftung nicht gerade in der Wissenschaft viele Unterstützer?

Underberg-Ruder: Ja, auf jeden Fall! Die Deutsche Universitätsstiftung soll die Aufgabe des Brückenschlagens wahrnehmen, von Wissenschaft zu Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür ist ein breites Fundament notwendig. Gründer der Stiftung ist der Deutsche Hochschulverband (DHV). Der DHV wird von seinen mehr als 24 000 Mitgliedern getragen. In der Vergangenheit leistete über viele Jahrzehnte die DHVInitiative "Wirtschaft begegnet Wissenschaft" einen wichtigen Beitrag zum Dialog, zum Brückenschlag. Mit Gründung der Deutschen Universitätsstiftung als Nachfolgeinitiative ist hier ein zukunftsgerichteter Weg eingeschlagen worden. Darüber hinaus freue ich mich, in den Gremien der Deutschen Universitätsstiftung, die jetzt erst ihre Arbeit aufnehmen, den Weg zu Neuem anzugehen.

Aus Forschung und Lehre :: August 2009

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