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Wie laufen die Gehaltsverhandlungen bei Berufungen ab?

Wie laufen die Gehaltsverhandlungen bei Berufungen ab?© mikecco - stock.xchng

Das "Wie" eines Wechsels aus der freien Wirtschaft in den öffentlichen Dienst wurde bereits erörtert.

Mich würde besonders interessieren, wie bei Berufungen die Verhandlungen gestaltbar sind, auch hinsichtlich der Besoldung. Manchmal sind sogenannte "Berufungsgelder" verfügbar, da im öffentlichen Dienst zum Teil ein geringeres Nettogehalt resultiert.

Zudem ergibt sich meist ein Wechsel aus freiwilliger Krankenversicherung in ein beamtliches Versorgungssystem. Diese Änderungen würden mich interessieren und wie man sich hier hinsichtlich seiner bereits laufenden und dann zukünftigen Altersvorsorge verhalten kann.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Besoldung der Professoren wird ab dem 01. Januar 2005 nach der Bundesbesoldungsordnung W gewährt. Für Juniorprofessoren ist die Besoldungsgruppe vorgesehen. Für neu einzustellende Professoren sind die Besoldungsgruppen W 2 und W 3 vorgesehen. Die Grundgehälter sind Festgehälter - das Senioritätsprinzip mit Dienstaltersstufen wurde abgeschafft. Als Ausgleich für die gegenüber der bisherigen C-Besoldung reduzierten Grundgehälter und Leistungsbezüge für die Besoldungsgruppen W 2 und W 3 vorgesehen, auf die allerdings kein Rechtsanspruch besteht. Diese können als Berufungs- und Bleibe-Leistungsbezüge, besondere Leistungsbezüge und Funktionsleistungsbezüge gewährt werden. In der Tat ist es so, dass gerade bei Bewerbungen aus der Industrie die Nettogehälter im öffentlichen Dienst durchaus sinken können. Hier kann allerdings konkreten Verhandlungen nicht vorgegriffen werden. Vieles hängt vom persönlichen Standing und dem Gewinnungsinteresse der Fakultät ab.

Hinsichtlich des Wechsels in ein beamtenrechtliches Krankenversorgungssystem (Beihilfe) ist festzustellen, dass diese regelmäßig 50 Prozent der konkret anfallenden Krankheitskosten übernimmt. Bei Verheirateten sind es regelmäßig 70 Prozent, bei mindestens zwei Kindern sogar 80 Prozent. Details richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Insgesamt ist festzustellen, dass das System der Beihilfe bei regelmäßig geringeren Kosten einen regelmäßig höheren Versicherungsumfang gewährleistet und insoweit durchaus zu präferieren ist. Da die privaten Krankenkassen im Normaltarif keinen Kontrahierungszwang (das heißt Zwang zum Abschluss einer Versicherung) unterliegen, gilt dies allerdings nur bei Personen ohne nennenswerte Vorerkrankungen.
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