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Wie organisiere ich meine Habilitation in Deutschland am besten?

Wie organisiere ich meine Habilitation in Deutschland am besten?© JockScott - Photocase.com

Ich komme aus Italien und habe an einer italienischen Universität promoviert. Derzeit arbeite ich mithilfe eines Stipendiums an einer Akademie in Deutschland. Ich habe beschlossen, meine wissenschaftliche Karriere in Deutschland fortzusetzen und zu habilitieren. Aber ich weiß nicht, wie ich die "richtige" Universität wählen soll (z.B. aufgrund von Forschungsbereich oder persönlichen Kontakten?). Außerdem ist es mir nicht klar, ob der Habilitand/die Habilitandin von der Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter/wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt werden muss oder nicht. Wenn nicht: welche Alternativen hat der Habilitand, um zu forschen und für seinen Unterhalt zu sorgen?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Die Auswahl der für Sie "richtigen" Universität sollte letzten Endes eine persönliche Entscheidung sein. Zwei von Ihnen dabei zu berücksichtigende und schließlich zu gewichtende Faktoren haben Sie bereits angesprochen. So sollte die jeweilige Universität in dem von Ihnen anvisierten Forschungsbereich positive Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Hierbei wäre beispielsweise darauf zu achten, dass eine Universität in dem entsprechenden Forschungsbereich bereits durch anerkannte Wissenschaftler vertreten ist. Für eine spätere wissenschaftliche Karriere ist neben den persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten sowie dem geistigen Austausch, den das jeweilige wissenschaftliche Umfeld bietet, auch zu berücksichtigen, welches Renommee die jeweilige Universität in dem fraglichen Bereich und insbesondere der jeweilige Betreuer in der Wissenschaftsgemeinde genießt.

Ferner sollte vorher in Erfahrung gebracht werden, ob der Habilitationsbetreuer in dem avisierten Themenbereich bereits einschlägig veröffentlicht hat und die Arbeit so auch inhaltlich unterstützen kann. Ein Anknüpfen an persönliche Kontakte kann insbesondere den Vorteil haben, dass es den Einstieg in ein Habilitationsvorhaben erleichtert. Voraussetzung für ein geordnetes Habilitationsverfahren ist insgesamt ein funktionierendes Vertrauensverhältnis zwischen dem Betreuer und dem Habilitanden.

Während der Anfertigung der Habilitationsschrift ist ein Habilitand oft als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Akademischer Rat auf Zeit an einer Universität oder Forschungseinrichtung beschäftigt. Zwingende Voraussetzung für die Habilitation ist dies jedoch nicht. Zur Finanzierung des Habilitationsvorhabens käme beispielsweise auch eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft in Betracht. Ferner finanzieren sich nicht wenige Habilitanden auch über Stipendien oder die Mitarbeit an Drittmittelprojekten. Was die Fördermöglichkeiten im Rahmen eines Habilitationsstipendiums anbelangt, so empfehlen wir Ihnen insofern einmal eine Recherche unmittelbar bei denen für Sie in Betracht kommenden Universitäten. Schließlich finden Sie auch hier auf academics.de im Bereich "Stellenanzeigen" verschiedene aktuell ausgeschriebene Habilitationsstipendien, die für Sie von Interesse sein könnten.
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