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Wie sieht der deutsche Tenure Track aus?

Wie sieht der deutsche Tenure Track aus?© Eduardo Fuentes - iStockphoto.com

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Im Zuge der Implementierung der Juniorprofessur als Personalkategorie an Universitäten ist die Figur eines "Tenure Track" 2002 vom Bund im Hochschulrahmengesetz geregelt worden.

Inzwischen sehen 13 Bundesländer - mehr oder minder scharf konturiert - einen Tenure Track "deutscher Provenienz" vor. Hierunter versteht man die gesetzliche Möglichkeit, als Juniorprofessor ohne erneute Ausschreibung und mithin unter Ausschluss externer Konkurrenz auf eine Lebenszeitprofessur an der eigenen Hochschule übernommen werden zu können.

Grundsätzlich soll diese Tenure Track-Option jedoch nur für denjenigen Juniorprofessor in Betracht kommen, der nach seiner Promotion seine Hochschule gewechselt oder eine mehrjährige wissenschaftliche Tätigkeit außerhalb der eigenen Hochschule wahrgenommen hat. Einige wenige Länder sehen keinen Ausschreibungsverzicht, sondern nur die Möglichkeit einer Hausberufung für Juniorprofessoren vor. Damit wird die Tenure-Option deutlich abgeschwächt, weil sich der Juniorprofessor, wenn er sich an der eigenen Hochschule auf eine Professur bewerben will, externer Konkurrenz ausgesetzt sieht. Soweit ein Tenure Track-Modell im Landeshochschulgesetz vorgesehen und auch beabsichtigt ist, empfiehlt es sich, dies bereits bei der Berufung auf die Juniorprofessur schriftlich zu dokumentieren.
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