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Wie wichtig ist die venia legendi bei der Habilitation?

Wie wichtig ist die venia legendi bei der Habilitation?© Bart Coenders - iStockphoto.com

Im Habilitationsverfahren kann neben der Feststellung der Lehrbefähigung auch die Lehrbefugnis (venia legendi) mit beantragt werden. Daraus erwächst die Verpflichtung, dauerhaft wenigstens 2 SWS zu lehren, da diese Lehrbefugnis ansonsten wieder aberkannt wird. Dafür darf man sich PD nennen und kann, jedenfalls nach Thüringer Hochschulgesetz, nach 5 Jahren zum außerordentlichen Professor ernannt werden.

Es scheint mir ein hoher 'Preis', dauerhaft und ohne Entlohnung zur Lehre verpflichtet zu sein, nur um sich PD nennen zu können. Meine Frage ist deshalb: Gibt es weitere Vorteile im Vergleich zur 'bloßen' Lehrbefähigung (fakultas docendi)? Und umgekehrt: Ist es ein Nachteil, insbesondere bei Bewerbungen auf eine Professur, bzw. bei einem Berufungsverfahren, wenn man 'nur' habilitiert ist, aber keine venia legendi aufweist?

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Dem Auseinanderfallen von fakultas docendi und venia legendi kommt in der Praxis geringe Bedeutung zu. Mit Abschluss des Habilitationsverfahrens wird dem Antragsteller die Lehrbefähigung (fakultas docendi) bescheinigt. Diese umfasst ein bestimmtes Fach oder eine Fächerkombination. Die Breite der Lehrbefähigung kann Einfluss auf künftige Bewerbungschancen haben.

Die Lehrbefähigung fällt in der überwiegenden Zahl der Bundesländer mit der Erteilung der Lehrbefugnis (venia legendi) zusammen. Die venia legendi vermittelt die Berechtigung, selbständig zu lehren. In den Bundesländern, die eine Trennung vornehmen, ist für die Erteilung der Lehrbefugnis in der Regel die Universität selbst, handelnd durch Senat oder Fakultätsrat zuständig.
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