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Wiedereinstieg in die Forschung

Wiedereinstieg in die Forschung© aldegonde le compte - iStockphoto.com

Ich habe das Studium der klassischen Archäologie und einige Jahre später ein reguläres Studium der Kirchenmusik mit einer Promotion abgeschlossen.

Recherchen, die ich auf dem Arbeitsmarkt und in der Forschung betrieben habe, zeigen, daß ein Wiedereinstieg in die Forschung mit 46 Jahren nach etwa zehnjähriger Unterbrechung gesellschaftlich nicht unterstützt wird.

Welche Stiftung würde mich unter diesen Umständen noch in ihr Programm aufnehmen? Welche Uni würde meine Forschungstätigkeit durch eine Mittelbaustelle sichern?


Die Antwort des DHV-Expertenteams:
Zu Stipendien im Bereich der Altertumswissenschaften kann ich Ihnen folgende Möglichkeiten nennen:

Die Fritz-Thyssen-Stiftung ( www.fritz-thyssen-stiftung.de) macht Projektförderung und vergibt Post-Doc-Stipendien in der Regel für ein Jahr, u. a. im Bereich Altertumswissenschaften.

Die Gisela und Reinhold Häcker-Stiftung ( www.grh-stiftung.de) vergibt Mittel für Forschungsprojekte und vergibt den Margarethe Häcker-Preis. Hier geht es um Forschungen im Bereich der klassischen Altertumswissenschaften.

Auch kleinere Stiftungen, wie die Hermann Brökelschen-Stiftung in Berlin vergibt für Forschungsprojekte im Bereich Altertumswissenschaften für Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen Gelder (Tel.030/48495101).

Die Gerda Henkel-Stiftung fördert zweisemestrige Forschungsaufenthalte in den USA im Bereich "Historische Altertumswissenschaften" und richtet sich als Zielgruppe an hervorragende Wissenschaftler/innen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung an einer deutschsprachigen Universität oder einer der Hochschulen vergleichbaren Lehr- und Forschungseinrichtung beschäftigt sind und vergibt alle zwei Jahre ein solches Stipendium: info@gerda-henkel-stiftung.de

Ansonsten gibt es sogenannte Wiedereinstiegsstellen nach familienbedingter Unterbrechung, z. B. bei der Helmholtz Gemeinschaft. Hier soll Eltern die Rückkehr in die Wissenschaft erleichtert werden und es werden in den sechs Forschungsbereichen jährlich 29 Wiedereinstiegsstellen gefördert. Bewerbungen sollen hier direkt an die Helmholtzzentren gerichtet werden.

Über die Fördermöglichkeit für Frauen informieren teils auch die Gleichstellungsbeauftragten und das Forschungsreferat der jeweiligen Hochschule.

Ein Tipp wäre vielleicht auch noch die Wissenschaftlerinnen-Datenbank FemConsult. Dies ist eine Onlinedatenbank des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS und enthält Qualifikationsprofile von promovierten und habilitierten Wissenschaftlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum, und zwar aus allen Fachdisziplinen. Wenn also eine Hochschule oder ein Institut eine Wissenschaftlerin sucht, kann sie diese mit passgenauer Qualifikation mit einfacher Recherche in dieser Datenbank finden. Insofern würde ich Ihnen empfehlen, sich in diese Datenbank einzutragen. Diese finden Sie unter www.gesis.org/cews/femconsult/.

Ansonsten gibt es Wiedereinstiegsstipendien, Promotionsstipendien, Post-Doc-Stipendien oder Mentoringprogramme und Förderpreise für Nachwuchswissenschaftlerinnen, um Chancen für Frauen zu erhöhen. Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das größte deutsche Förderwerk im Bereich der Promotionsstipendien. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergibt ebenfalls Stipendien an Doktorandinnen im Rahmen der von ihr geförderten Graduiertenkollegs für meist zwei Jahre.

Ansonsten gibt es in Deutschland eine Reihe von Förderprogrammen, die speziell die Qualifikation von Nachwuchswissenschaftlerinnen unterstützen wollen. Sie sind teils länderbezogen und haben darüber hinaus auch fächer- oder themenspezifische Schwerpunkte, so z. B. das Brigitte Schlieben-Lange-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kind für Baden-Württemberg. Ich würde Ihnen daher empfehlen, im Internet unter dem jeweiligen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des jeweiligen Landes nach Wiedereinstiegsstipendien oder Promotionsstipendien zu schauen.

Auch im Bereich "Kirchenmusik" gibt es Stiftungen, die Musik fördern, z. B. die Bücher-Dieckmeyer Stiftung zur Pflege der Kirchenmusik in Bayern oder die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung, die sich für Nachwuchsförderung einsetzt. Hier müssten Sie sich einmal genau informieren.
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