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Wirkt sich eine lange Promotionsdauer negativ bei Bewerbungen aus?

Wirkt sich eine lange Promotionsdauer negativ bei Bewerbungen aus?© designer111 - Photocase.com

Durch eine Vielzahl von persönlichen (Universitätswechsel, schwierige persönliche Bedingungen einschliesslich Krankheit und Ehescheidung) und institutionellen Gründen (hohe Arbeitsbelastung am Lehrstuhl) habe ich vom Abschluss meines Studiums bis zum Abschluss meiner Dissertation 10 Jahre gebraucht, an denen ich voll an der Uni gearbeitet habe. Nun habe ich mich auf eine Professur beworben und bin auch zum 'Vorsingen' eingeladen worden. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, wie ich mit diesem 'Makel' der langen Dissertationsdauer umgehen soll. Ein Tipp oder entsprechende Erfahrungswerte würden mir hier sehr weiterhelfen.

Die Antwort des DHV-Expertenteams: Wie Sie berichten, haben Sie für den Abschluss Ihrer Dissertation einen Gesamtzeitraum von ca. 10 Jahren zurückgelegt. Es ist durchaus denkbar, dass eine Berufungskommission Sie danach fragen wird, warum die Promotionsphase einen so langen Zeitraum in Anspruch genommen hat. Sie sollten bei der Darstellung der Gründe sorgfältig darauf achten, dass niemals der Eindruck entsteht, dass Sie nicht in der Lage waren, an einem Forschungsgebiet stringent und zielorientiert zu arbeiten. Optimal wäre es, wenn Sie stattdessen darstellen könnten, dass Sie die zurückgelegte Dekade nicht nur für die Anfertigung der Dissertation, sondern auch für eine Vielzahl von anderen wissenschaftsrelevanten Tätigkeiten haben nutzen können. An dieser Stelle sollten Sie sodann aufführen, welche besonderen Tätigkeitsschwerpunkte Sie innehatten und welche wertvollen Erfahrungen Sie aus dieser Zeit für die nun in Rede stehende Professur haben gewinnen können. Auf diese Weise können Sie den langen Zeitraum gleichsam "ummünzen" in eine Phase wertvollen Erkenntnisgewinns.
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