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Wissenschaft für alle

Von LEONIE ACHTNICH

Merkel will mehr Verständlichkeit, das sollte auch für die Politik gelten.

Wissenschaft für alle© REGIERUNGonline - Laurence Chaperon
Kann man das nicht einfacher formulieren? Das ist es, was Angela Merkel in einem Absatz ihrer Rede auf der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft fordert. Sie bittet die Forscher, »die Sprache der Wissenschaft so zu benutzen, dass diejenigen, die nicht ganztägig wissenschaftlich beschäftigt sind, sie auch verstehen können«.

Ein schöner Aufruf zu mehr Verständlichkeit. Akademisches Schreiben ist eine elitäre Angelegenheit - schade, wenn die schriftlichen Wunder des Fortschritts sich nur Eingeweihten öffnen oder gar nicht erst gelesen werden. Natürlich passt die Quantentheorie nicht auf den Bierdeckel. Wo man es aber einfacher sagen kann, da soll man das auch tun. Wo es gar nicht geht, darf man den Nutzen hinterfragen. Dem Ansehen der Wissenschaft tut es gut, wenn mehr Leute Zutritt haben. Dann gibt es auch andere Gründe, eine Doktorarbeit aufzuschlagen, als nur die Jagd nach plagiierten Stellen.

Vom Inhalt kann man schließlich profitieren, wie auch die Kanzlerin in ihrer Rede befindet: Die Ergebnisse könnten »bis weit in das persönliche Leben hinein von Relevanz sein«. Das hat sie hübsch einfach erklärt. Bei ihr und in der Politik ist das leider nicht immer so. Ein guter Tipp an die Wissenschaft also, der auch für Angela Merkel selbst gilt.

Aus DIE ZEIT :: 14.07.2011

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