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Wissenschaftsrat will Forschungsrating ausweiten

 

Das Forschungsrating wurde bereits erfolgreich an dem Fach Soziologie erprobt. Der Wissenschaftsrat will den Leistungsvergleich nun auch mit anderen Fächern durchführen.

Wissenschaftsrat will Forschungsrating ausweiten© WissenschaftsratPeter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrats
Der Wissenschaftsrat will ein neues Verfahren zum Leistungsvergleich an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen (sog. "Forschungsrating") nach dem Fach Soziologie an zwei weiteren Fächern erproben. Es handelt sich um Geschichtswissenschaft und ein ingenieurwissenschaftliches Fach. Das Forschungsrating vermeidet Listen im Sinne eines Rankings. Versucht wird vielmehr, den Eigenheiten eines jeden Faches (z.B. bei den Ingenieurwissenschaften der Bedeutung der Patente) gerecht zu werden. Das Forschungsrating ist ein gutachtergestütztes Verfahren, dem qualitative und quantitative Indikatoren sowie Rahmeninformationen zu jeder Einrichtung zugrunde liegen. Nach Ansicht des Wissenschaftsrates hat sich dieses Verfahren bewährt und trägt zur Transparenz im Wissenschaftssystem bei. Das Gremium empfiehlt, das Forschungsrating mittelfristig auf

Dem aktuellen Forschungsrating der Soziologie zufolge verfügen neben einer kleinen Spitzengruppe von Einrichtungen, die insgesamt sehr gut abgeschnitten haben, immerhin 60 Prozent aller beteiligten 57 Institutionen über mindestens eine sehr gut oder sogar exzellent bewertete Forschungseinheit. Die Spitzengruppe von neun exzellenten Forschungseinheiten verteilte sich auf sechs Universitäten und zwei außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Zu den Spitzeneinrichtungen gehören die Universität Mannheim sowie das Sozioökonomische Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Auch die Viadrina in Frankfurt (Oder) und die Universitäten in Düsseldorf, Erfurt und München ragen hervor.

Der Wissenschaftsrat weist darauf hin, dass die kleinteilig organisierte Soziologie davon profitieren könnte, ihre Kräfte mehr zu bündeln. Zudem sollte die sehr heterogene, wenig international ausgerichtete Publikationskultur mit Blick auf klarere Qualitätsstandards verbessert werden.

Auf seiner Frühjahrssitzung Anfang Mai in Rostock hat der Wissenschaftsrat die wachsende Bedeutung der DFG-Förderung angesichts sinkender Grundmittel festgestellt. Allerdings müsse die DFG künftig stärker die hochschulstrategischen Wirkungen ihrer Förderung bedenken und ihre eigene Förderung mit den Vorhaben der jeweiligen Hochschulstrategie in Einklang bringen. Die DFG dürfe sich auch künftig nicht allein auf die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz beschränken, weil die Breitenforschung die Grundlage für das Entstehen exzellenter Leistungen bilde.

Aus Forschung und Lehre :: Juni 2008

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