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Wissenschaftsredakteur: Kombination aus Naturwissenschaften und Journalismus

VON BÄRBEL BROER

Ob Klimawandel oder Kernenergie, Präimplantationsdiagnostik oder Primatenforschung, Nanotechnologien oder nephrotisches Syndrom - unsere Welt ist komplex und voller vermeintlich schwieriger Themen. Medizin, Technik und Naturwissenschaften werden aber immer bedeutender für unseren Alltag. Damit jeder die Chance hat, auch schwierigste Themen verstehen zu können, bedarf es "redaktioneller Übersetzer". Wissenschaftsredakteure leisten das.

Wissenschaftsredakteur: Kombination aus Naturwissenschaften und Journalismus© mediaphotos - iStockphoto.comWissenschaftsredakteure benötigen neben naturwissenschaftlichem Wissen ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten

Wissenschaftliche Themen für die Öffentlichkeit aufbereiten

Eine fast kindliche Neugier und Begeisterung für sämtliche wissenschaftliche Themen - das ist wesentliche Voraussetzung für den Beruf des Wissenschaftsredakteurs. Darüber hinaus unabdingbar: ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten, exzellentes Sprachgefühl und die Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Themen allgemeinverständlich, spannend und unterhaltsam darzustellen. Wer über diese Eigenschaften verfügt und zudem sein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen hat, hat beste Voraussetzungen, als Wissenschaftsredakteur arbeiten zu können. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Wissenschaftsjournalismus-Studium zu absolvieren wie beispielsweise an der Technischen Universität (TU) Dortmund.

Ob im Print-, Hörfunk-, Online- oder TV-Bereich - überall werden mittlerweile Wissenschaftsredakteure benötigt. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Verlage, Lehrbuchredaktionen, Agenturen oder aber auch Kindersendungen. Naturwissenschaftler, die im wissenschaftsjournalistischen Bereich arbeiten möchten, sollten journalistische Grundkenntnisse möglichst im Rahmen verschiedener Praktika erwerben. Nur so können sie feststellen, ob dieser Beruf tatsächlich passend ist. Denn grundsätzlich liegen Welten zwischen wissenschaftlicher Sprache und journalistischer Aufmachung.

Diskrepanz zwischen Fachwissen und journalistischer Fähigkeit

Diese Erfahrung macht auch Inge Breuer, die beim Deutschlandradio mit zuständig ist für die Bewerberauswahl von wissenschaftsjournalistischen Volontären. "Wir bekommen teilweise Bewerbungen mit exzellenten Abschlüssen. Doch in den journalistischen Übungen zeigt sich häufig eine Diskrepanz zwischen naturwissenschaftlichem Know-how und journalistischen Fertigkeiten", erklärt sie. Neben einem abgeschlossenem naturwissenschaftlichen Studium und journalistischen Grunderfahrungen durch Tätigkeiten beispielsweise bei Zeitungen, beim Rundfunk oder bei Agenturen sollten die Bewerber über umfangreiches Grundwissen zu Wissenschafts- und Bildungsfragen sowie über eine überdurchschnittliche Auffassungsgabe verfügen. "Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bewerberinnen und Bewerber mit den Sendungen und Formaten des Deutschlandradios vertraut machten", rät Breuer. Schließlich sollte ein guter Wissenschaftsjournalist über die Fähigkeit verfügen, auch komplizierte wissenschaftliche Sachverhalte für ein breites Publikum hörfunkgerecht aufzuarbeiten, mit Spürsinn für aktuelle Themen und Entwicklungen, mit Sprachgefühl, gestalterischer Vielfalt und Originalität.

Weitere Informationen:

Informationen zum wissenschaftsjournalistischen Volontariat beim Deutschlandradio gibt es hier:
www.dradio.de/wir/ausbildung

Hier erzählen Mitarbeiter der WDR-Sendung Quarks&Co über ihren Werdegang. Unter den Redakteuren sind etliche Naturwissenschaftler:
www.wdr.de/tv/quarks/team


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academics :: März 2013

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