Gehälter in den Naturwissenschaften
Von Heike Friedrichsen

Nicht nur Leistung und ein Doktortitel zählen, wenn es um das Einstiegsgehalt in Forschung und Entwicklung geht. Wer Biologie, Chemie oder Physik studiert hat, zählt zu den begehrten Spezies auf dem Arbeitsmarkt. Entsprechend hoch fallen die Einstiegsgehälter aus.

Zunächst einmal zählt der Abschluss: Das Universitätsdiplom in einem naturwissenschaftlichen Fach bringt rund 48.000 Euro Einstiegsgehalt, der Master 47.200 Euro und das Fachhochschuldiplom 45.950 Euro. Der Bachelor liegt mit 42.400 Euro noch einmal etwas darunter. Eine Promotion im Bereich der Naturwissenschaften kostet zwar Lebenszeit und Nerven, bringt aber noch mal einige Tausender mehr im Jahr, nämlich rund 55.300 Euro.
Auch das Studienfach selbst hat Einfluss auf die Höhe des Gehalts: Die höchsten Einstiegsgehälter erzielen demnach Absolventen eines pharmazeutischen Faches - gefolgt von Ingenieuren, Mathematikern, Medizintechnikern, Physikern, Chemikern und Biologen. Das Schlusslicht bei den Einstiegsgehältern bilden die Informatiker.
Wem es um ein hohes Gehalt geht, der sollte sich einen Arbeitgeber aus der Industrie suchen. Überdurchschnittlich hohe Einstiegsgehälter für Naturwissenschaftler werden in den Branchen Feinmechanik/Optik, Automotive oder in der Chemie gezahlt. Im Gegensatz dazu zahlen Forschungseinrichtungen deutlich weniger.
Wer Personalverantwortung übernimmt, kann sein Gehalt noch einmal deutlich steigern.
Forschung findet zum einen an Hochschulen sowie an außeruniversitären Forschungseinrichtungen statt, die öffentlich gefördert werden. Der Löwenanteil der Forschungsprojekte entfällt jedoch auf die Industrie. Grundsätzlich gilt: Die Gehälter an Universitäten und Forschungsinstituten liegen im Schnitt um die 30 Prozent niedriger als in der Industrie.

Grafik: Einstiegsgehälter (mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung) in den Naturwissenschaften, nach Branche sortiert:
Gehälter in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Bereich Naturwissenschaften


Wo wird am besten gezahlt, wo am schlechtesten? Wo locken besonders attraktive Gehälter? Und wie können Akademiker ihre Gehaltsaussichten verbessern? Der aktuelle Gehaltsvergleich auf Basis einer Auswertung von 15.857 Datensätzen von PersonalMarkt stellt folgende Faktoren heraus, die für ein gutes Gehalt ausschlaggebend sind.

Je besser die Ausbildung, desto besser das Gehalt

Je nach Abschluss ergeben sich nach Informationen von PersonalMarkt bereits große Gehaltsunterschiede. Eine Promotion erhöht nicht nur die Chancen auf dem Bewerbermarkt, sondern garantiert auch deutlich bessere Gehaltsaussichten. Während ein Bachelor-Abschluss in den Naturwissenschaften im Schnitt mit 42.000 Euro/Jahr vergütet wird, bringt ein Master-Abschluss im Schnitt 47.200 Euro/Jahr, das Uni-Diplom knapp 48.000 Euro/Jahr und das FH-Diplom im Durchschnittknapp 46.000 Euro/Jahr.
Forscher und Entwickler mit Promotion machen einen zusätzlichen Gehaltssprung: Promovierte Naturwissenschaftler können im Schnitt mit 55.266 Euro/Jahr rechnen, ein Viertel der Naturwissenschaftler mit Doktorarbeit verdient sogar mehr als 63.200 Euro/Jahr.

Grafik: Je besser der Abschluss, desto höher das Einstiegsgehalt (mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung):
Gehälter in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Bereich Naturwissenschaften

Fachrichtung bestimmt Höhe des Gehalts

Die Fachrichtung ist entscheidend für das zu erwartende Gehalt. Besonders gut bezahlt werden Naturwissenschaftler in den Bereichen Pharmazie und Ingenieurwissenschaften mit durchschnittlich 47.700 Euro/Jahr bzw. 46.600 Euro/Jahr. Ebenso sind Medizin und Medizintechnik attraktive Einstiegsfachrichtungen mit im Schnitt 46.000 Euro/Jahr. Die Gehälter in der Chemie haben die größte Gehaltsspanne - hier verdienen ein Viertel der Einsteiger 58.000 Euro/Jahr, der Durchschnitt liegt bei knapp 45.000 Euro/Jahr.

Grafik: Einstiegsgehälter (mit bis zu 3 Jahren Berufserfahrung) in den Naturwissenschaften, aufgelistet nach Fachrichtungen:
Gehälter in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Bereich Naturwissenschaften


academics :: März 2013


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