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Mobbing
Mobbing am Arbeitsplatz: Anzeichen, Folgen und Möglichkeiten für Betroffene

Hinter einer gemobbten Mitarbeiterin stehen zwei tuschelnde Kollegen

Mobbing kann von einer einzelnen Person oder von ganzen Gruppen ausgehen. © praetorianfoto / iStock.com

Beleidigungen, Ausgrenzungen, Drohungen – Mobbing hat viele Ausprägungen. Mögliche Folgen des Mobbings am Arbeitsplatz und was Opfer tun können, lesen Sie hier. 

Aktualisiert: 04.04.2023

Von:
Maresa Wolbert
Arbeitsrecht Job und Gesundheit

Artikelinhalt

Mobbing: Definition Anzeichen und Beispiele für Mobbing am Arbeitsplatz  Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz  Mobbing: Folgen für Unternehmen Mobbing: Folgen für Täter und Täterinnen Mobbing am Arbeitsplatz: Was tun? 

Mobbing: Definition

Wenn jemand bei der Arbeit über einen längeren Zeitraum von Vorgesetzten oder Kolleg:innen systematisch schikaniert, beleidigt, benachteiligt oder ausgegrenzt wird, ist das Mobbing. Es kann von einer einzelnen Person oder von ganzen Gruppen ausgehen.

Immer mehr Menschen sind von Mobbing betroffen. Das belegt die Studie „Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen“ vom Bündnis gegen Cybermobbing. Für sie wurden 4.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren in der DACH-Region im August 2021 repräsentativ befragt. Mehr 32 Prozent der Befragten in Deutschland waren demnach schon einmal Mobbingopfer. Von den in Deutschland befragten Erwachsenen, die Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz waren, gaben 75 Prozent überdies an, dass Arbeitskolleg:innen die Täter waren. 54 Prozent sagten, das Mobbing ginge von Vorgesetzten aus. 

Was ist Mobbing – und was nicht?

Mobbing hat Methode. Täter und Täterinnen gehen systematisch vor, mobben über einen längeren Zeitraum, oft ohne Anlass. Wer am Arbeitsplatz von Mobbing betroffen ist, wird unsachlich kritisiert, gekränkt oder manipuliert. Diskussionen oder Auseinandersetzungen, die im normalen Rahmen stattfinden, sind hingegen kein Mobbing. Auch wenn es dabei etwas lauter wird oder eine Person ungehalten reagiert, sollte das nicht als Mobbing gesehen werden. Schließlich gehören unterschiedliche Ansichten, Gemüter und Charaktere zu einem normalen Alltag und Arbeitsumfeld. 

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Anzeichen und Beispiele für Mobbing am Arbeitsplatz 

Mobbing kann in ganz unterschiedlicher Form vorkommen. Typische Beispiele für das Verhalten von Täter:innen sind:

  • Sie zweifeln in großer Runde die Fähigkeiten ihres Opfers an,
  • üben unsachgemäße Kritik an der Arbeit ihrer Opfer,
  • manipulieren die Arbeit ihrer Opfer,
  • drohen (offen oder versteckt),
  • verschweigen wichtige Informationen oder
  • ignorieren ihre Opfer.

Werden Täter:innen nicht aufgehalten oder lassen sie nicht von alleine von ihrem Opfer ab, läuft das Mobbing am Arbeitsplatz nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in verschiedenen, immer extremer werdenden Phasen ab:

1. Phase: Während eines ungelösten Konflikts kommt es zu Schuldzuweisungen von Kolleg:innen oder Vorgesetzten. 

2. Phase: Die eigentliche Ursache des Konflikts wird immer unwichtiger. Statt gegen die Sache, richtet sich die Kritik gegen die Person. Es kommt zu Schikane und Ausgrenzung. Das Opfer wird immer unsicherer, verliert an Selbstbewusstsein. 

3. Phase: Die Situation wird für das Opfer immer unerträglicher. Das wirkt sich auch auf die Arbeitsleistung aus: Das Opfer wird unkonzentriert, macht Fehler. All das bleibt auch dem Arbeitgeber nicht verborgen. Er mahnt ab, versetzt das Mobbingopfer oder droht mit Kündigung.

4. Phase: Es kommt zur Kündigung, die entweder vom Opfer oder vom Arbeitgeber ausgeht. 

Mobbing und Diskriminierung: der Unterschied

Mobbing und Diskriminierung ist nicht dasselbe. Diskriminierungsopfer werden aufgrund eines schützenswerten Merkmals benachteiligt. Dabei kann es sich beispielsweise um ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexuelle Identität handeln. Diskriminierung ist also eine spezielle Form des Mobbings.

Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz 

Opfer von Mobbing sind einem hohen Leidensdruck ausgesetzt. Das kann sowohl psychische als auch physische Folgen haben. Hierzu zählen oft Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen, dauerhaft niedriges Selbstbewusstsein, Magen-Darm-Beschwerden und körperliche Schmerzen. 

Das durch das Mobbing ausgelöste hohe Frustrations- und Stresslevel nagt am Selbstwertgefühl. Personen, die gemobbt werden, werden nicht selten arbeitsunfähig. Im schlimmsten Fall sind sie dauerhaft nicht mehr in der Lage, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. Sie sind regelrecht traumatisiert, und das wirkt sich auch auf das Privatleben aus, ein Burn-out droht.

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Mobbing: Folgen für Unternehmen

Auch für die Betriebe, in denen gemobbt wird, hat dieses Gebaren negative Auswirkungen. Laut der Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing kostet Mobbing Unternehmen fast acht Milliarden Euro in Deutschland. Diese Kosten entstehen unter anderem durch die Fehlzeiten und die verminderte Leistungsfähigkeit der Betroffenen. Arbeitgeber müssen neue Mitarbeiter:innen suchen und einarbeiten, haben eventuell Gerichtsverfahren und Entschädigungen zu zahlen. Auch schaden Mobbingfälle der Reputation von Unternehmen.

Kommt ein Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht nicht nach und lässt stattdessen bewusst zu, dass einer seiner Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz gemobbt wird, kann dies zu einer Klage auf Schadensersatz durch den betroffenen Mitarbeitenden führen.

Mobbing: Folgen für Täter und Täterinnen

Mobbing ist kein eigenständiger Straftatbestand. Wer sich allerdings dementsprechend verhält, kann sich dennoch unter Umständen strafbar machen und muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn durch das Mobbing ein anderes Delikt verwirklicht wird, etwa:

  • Beleidigung (§ 185 Strafgesetzbuch, kurz: StGB)
  • Üble Nachrede (§ 186 StGB)
  • Verleumdung (§ 187 StGB)
  • Körperverletzung (§ 223 StGB)
  • Nötigung (§ 240 StGB)
  • Diebstahl (§ 242 StGB)
  • Sachbeschädigung (§ 303 StGB)


Mobbing am Arbeitsplatz: Was tun? 

Opfer von Mobbing sollten vor allen Dingen eins: Nicht die Schuld bei sich selbst suchen, sondern sich zur Wehr setzen. Dazu gehört, den Arbeitgeber, den Betriebsrat oder die Personalabteilung über die Situation zu informieren. Rechtliche Grundlage ist § 84 Betriebsverfassungsgesetz. Die Norm sieht ein Beschwerderecht von Arbeitnehmer:innen vor. Demnach haben sie das Recht, sich bei den Stellen, die dafür zuständig sind, zu beschweren, wenn sie sich von Kolleg:innen oder dem Arbeitgeber ungerecht behandelt, benachteiligt oder in anderer Form beeinträchtigt fühlen.

Überdies können Betroffenen von Mobbing Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen den Täter oder die Täterin und unter Umständen auch gegen den Arbeitgeber zustehen. Ob der Anspruch durchsetzbar ist, hängt auch von der Beweisbarkeit der Taten ab. Die Beweislast trägt der oder die Betroffene. Hilfreich ist deshalb ein Tagebuch, in dem Opfer die Handlungen der Täter:innen detailliert schildern, am besten mit Datum und Uhrzeit. Hat das Mobbing gesundheitsschädliche Auswirkungen, sollten sie ärztlich dokumentiert werden. All diese Dokumente können unter Umständen vor Gericht anerkannt werden und Ansprüche untermauern. 

Abgesehen von rechtlichen Möglichkeiten gibt es viele unabhängige, professionelle Hilfs- und Beratungsangebote, die Betroffenen oft neue Impulse geben und in denen Coaches oder Psycholog:innen gemeinsam mit den Opfern Strategien und Lösungswege erarbeiten. 

Wer als Kolleg:in einen Mobbingfall mitbekommt, sollte nicht wegschauen, sondern couragiert dem Opfer zur Seite stehen. Das können Kolleg:innen beispielsweise tun: 

  • emotionale Unterstützung anbieten
  • sich um externe und interne Hilfe kümmern
  • bei klärenden Gesprächen begleiten
  • für das Opfer Partei ergreifen
  • intrigantes Verhalten aufdecken
  • das Umfeld für das Geschehen sensibilisieren


Aktuelle Veranstaltungen

  • academics Event

    Podiumsdiskussion & Austausch: Karrierewege in und aus der Wissenschaft (Berlin Science Week)

    Datum Fr, 6.11.2026
    Zeit 14-16 Uhr
    Ort Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin
    Redner Dr. Hanna Proner (DIE ZEIT)
    Redner Dr. Nicole Saverschek
    Redner Dr. Nina Fechler
    Redner Dagny Lüdemann
    Redner Dr. Nele Diekmann

    In diesem zweistündigen Bühnenslot geben vier Expertinnen und Rolemodels persönliche Einblicke in ihre beruflichen Wege und berichten von Chancen, Entscheidungen und Erfahrungen an unterschiedlichen Schnittstellen zur Wissenschaft. Ob der Weg tiefer in die Forschung führt, um einem Forschungsprojekt zum durchschlagenden Erfolg zu verhelfen oder in die Gründung eines Start-Ups oder vielleicht ins Wissenschaftsmanagement oder auch in die Wissenschaftskommunikation – diese Ideen, Motivationen und vielleicht auch ganz neue Perspektiven diskutieren wir auf der Bühne, aber danach auch mit allen Teilnehmer:innen an Thementischen im persönlichen Gespräch – mit viel Zeit zum Fragen stellen und Erfahrungen teilen.

    Die Veranstaltung richtet sich an junge Wissenschaftler:innen und alle, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Sie bietet Orientierung, Inspiration und ganz konkrete Einblicke in mögliche Karriereschritte in und aus der Wissenschaft.

    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (3-Tages-Pass für die Berlin Science Week) ist erforderlich – Link hinter dem Button „Mehr erfahren“!

    Role Models und Speakerinnen:

    • Dr. Nicole Saverscheck, promovierte Biologin, Leitung des Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
    • Dr. Nina Fechler, promovierte Chemikerin, Global Director Strategic Marketing & Business Development bei Evonik
    • Dagny Lüdemann, Biologin, Chefreporterin im Ressort Wissen für DIE ZEIT
    • Dr. Nele Diekmann, promovierte Geisteswissenschaftlerin, selbständig

    Moderation: Dr. Hanna Proner, Geschäftsführerin von academics und Director Science / ZEIT Talent bei DIE ZEIT

    Termin: Freitag, 6. November 2026, 14 bis 16 Uhr
    Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin

    Mehr erfahren Weniger anzeigen
    Mehr Informationen
  • Online Seminar

    Perspektive HAW-Professorin – Online-Seminar für Frauen*

    Datum Mi, 18.11.2026
    Zeit 09:15 bis 11:15
    Redner Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau)
    Redner Marianne Löhndorf (TH Lübeck)

    Wie gelingt der Weg zur HAW-Professur? Und welche Fragen stellen sich dabei ganz besonders für Frauen*?

    Gemeinsam mit dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science“ wollen wir diese und weitere Fragen in einem kostenfreien, interaktiven Online-Seminar rund um den Karriereweg HAW-Professur beantworten.

    Neben Einblicken in Voraussetzungen, Berufungsverfahren und den Berufsalltag geht es vor allem um Themen, die Frauen auf ihrem Karriereweg bewegen: Wie lässt sich eine Professur mit Familie und Privatleben vereinbaren? Welche Hürden können auf dem Weg entstehen? Und was hilft dabei, den nächsten Karriereschritt selbstbewusst zu gehen?

    Infos und Tipps aus erster Hand kommen dabei von Prof. Dr. Lydia Göse (TH Wildau), mit der wir über ihren persönlichen Weg zur Professur sprechen, und Marianne Löhndorf (TH Lübeck), die Einblicke in Berufungsverfahren und Karrierewege gibt.

    Besonders wichtig: Dieses Webinar lebt vom Austausch. In einem eigenen Networking-Block haben die Teilnehmerinnen Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmerinnenzahl ist deshalb auf 250 limitiert.

    Das Online-Seminar findet in Kooperation mit der Kampagne „Karriere mit Wirkung“ und dem Fellowship-Programm „Zia – Visible Women in Science and Humanities“ der ZEIT statt.

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