IAB-Studie: KI und Arbeitsmarkt
KI bisher kein Jobkiller, aber Berufseinsteiger:innen zunehmend betroffen
- IAB-Studie: Kein allgemeiner Beschäftigungseinbruch durch KI am deutschen Arbeitsmarkt.
- Beschäftigung in KI-betroffenen Berufen entwickelte sich seit 2022 insgesamt sogar günstiger als in weniger betroffenen Berufen.
- Konjunkturschwäche hat deutlich stärkeren Effekt auf die Beschäftigung als KI.
- Mögliches Warnsignal eher im Verarbeitenden Gewerbe und in nicht akademischen Berufen als bei Akademiker:innen.
- Bei 20- bis 29-Jährigen zeigt sich ein zunehmend negativer Zusammenhang zwischen KI-Betroffenheit und Beschäftigung.
Aktualisiert: 15.10.2026
Keine allgemeine Beschäftigungskrise durch KI
© academics Grafik
Künstliche Intelligenz hat auf dem deutschen Arbeitsmarkt bislang keinen generellen Beschäftigungseinbruch ausgelöst. Das geht aus einer am 13. Oktober 2026 veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Insgesamt entwickelte sich die Vollzeitbeschäftigung in Berufen mit hoher KI-Betroffenheit seit 2022 sogar günstiger als in weniger betroffenen Berufen: Bei den 30- bis 39-Jährigen fiel das Beschäftigungswachstum um fast 6 Prozentpunkte, bei den 40- bis 64-Jährigen um rund 5 Prozentpunkte höher aus.
Konjunkturschwäche spielt größere Rolle als KI
Als deutlich einflussreicher als die KI-Betroffenheit erweist sich der Studie zufolge die allgemeine Wirtschaftslage. „Vor allem die Wirtschaftsschwäche der letzten Jahre hat zu einer sinkenden Beschäftigung von jungen Beschäftigten beigetragen, während der Einfluss von KI unterm Strich eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben dürfte“, erläutert IAB-Forscher Oliver Schlenker. Besonders ausgeprägt ist die Konjunkturanfälligkeit bei jungen Beschäftigten: In wirtschaftlich schwächelnden Sektoren ging ihre Beschäftigung zwischen 2022 und 2025 um 4,2 Prozent zurück.
Warnsignal eher im Verarbeitenden Gewerbe als bei Akademiker:innen
Ein mögliches KI-bedingtes Warnsignal zeigt sich den Forschenden zufolge vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sowie in nicht akademisch geprägten Berufen – obwohl diese im Durchschnitt weniger KI-betroffen sind als akademische Berufe. „Entgegen der öffentlichen Diskussion um die Einstiegsprobleme junger Akademikerinnen und Akademiker lenken die Analysen den Blick eher auf nichtakademisch geprägte Berufe und das Verarbeitende Gewerbe“, erklärt IAB-Forscher Michele Dinelli.
Jüngere Beschäftigte dennoch im Fokus
Bei den 20- bis 29-Jährigen zeigt sich zuletzt ein zunehmend negativer Zusammenhang: In stark KI-betroffenen Berufen ging ihre Vollzeitbeschäftigung um 1,2 Prozentpunkte stärker zurück als in weniger betroffenen Berufen. Der Effekt ist laut IAB zwar statistisch nicht signifikant, verstärkt sich aber über die Zeit. IAB-Vizedirektorin Melanie Arntz fasst zusammen: „Eine höhere KI-Betroffenheit bedeutet nicht zwingend eine schwächere Beschäftigungsentwicklung. Angesichts der äußerst dynamischen Entwicklung sollte KI aber als ein weiterer möglicher Einflussfaktor über 2025 hinaus weiter beobachtet werden.“
(mas)
Diese News wurde mit KI-Unterstützung erstellt.