Hochschulpolitik in den USA
USA beschränken Aufenthaltsdauer für ausländische Studierende
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat eine neue Regelung veröffentlicht, die das bisherige System der unbefristeten Aufenthaltsdauer („Duration of Status“) für ausländische Studierende sowie Austausch- und Medienvertreter:innen (F-, J- und I-Visa) von 1978 abschafft. Die wichtigsten Neuerungen:
- Ab 15. September 2026 gilt eine feste Aufenthaltshöchstdauer von maximal vier Jahren für Studien- und Austauschprogramme.
- Verlängerungen müssen zwingend über die US-Einwanderungsbehörde USCIS beantragt werden – inklusive biometrischer Prüfung, Background-Checks und Betrugsscreening.
- Die Ausreisefrist nach Studienabschluss wird von bisher 60 auf 30 Tage verkürzt.
Bildungsexpert:innen in den USA kritisieren die Regel scharf und warnen vor einem Rückgang internationaler Studierendenzahlen.
Aktualisiert: 17.07.2026
Neue Regelung tritt am 15. September 2026 in Kraft
© academics Grafik
Wie das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) mitteilte, wird das seit 1978 geltende Prinzip der „Duration of Status“ für internationale Studierende, Austauschteilnehmende und Medienvertreter:innen offiziell beendet. Bislang konnten Inhaber:innen von F-, J- und I-Visa ohne feste zeitliche Begrenzung und ohne routinemäßige behördliche Kontrolle in den USA verbleiben. Die neue Regelung führt für diese Visakategorien nun einen festen Zulassungszeitraum ein, wie er bei vielen anderen nichteinwanderungsbezogenen Visa bereits üblich ist. Die Regel wurde am 17. Juli 2026 im Federal Register veröffentlicht und tritt am 15. September 2026 in Kraft.
Vier-Jahres-Grenze und verpflichtende Bundesprüfung
Kernstück der Reform sind laut DHS mehrere Neuerungen:
- Nichteinwanderungsstudierende (F-Visa) und Austauschteilnehmende (J-Visa) werden künftig nur noch für die Dauer ihres konkreten Programms zugelassen, maximal jedoch für vier Jahre.
- Wer mehr Zeit für den Abschluss eines akademischen Programms benötigt, muss eine Aufenthaltsverlängerung („Extension of Stay“) direkt bei der US-Einwanderungsbehörde USCIS beantragen.
Damit verlagert sich die Zuständigkeit von den Hochschulen zurück auf die Bundesbehörden; Antragstellende müssen sich biometrischen Verfahren, Hintergrundüberprüfungen und Betrugskontrollen unterziehen.
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Kürzere Ausreisefrist und strengere Programmwechsel
Zusätzlich verkürzt die neue Regelung die sogenannte „Grace Period“ – also die Frist, in der F-1-Studierende nach Studienabschluss ihre Ausreise vorbereiten, die Hochschule wechseln oder ihren Aufenthaltsstatus ändern können – von bisher 60 auf 30 Tage. Zudem führt die Regel strengere Einschränkungen für Wechsel des Studienprogramms ein.
DHS-Sekretär Markwayne Mullin begründete den Schritt damit, dass das bisherige System jahrzehntelang Missbrauch ermöglicht habe: Tausende Personen hätten sich durch fortlaufende Neueinschreibungen in Kurse dauerhaft in den USA aufgehalten, ohne das Land zu verlassen. Die neue Regelung solle sicherstellen, dass sich internationale Studierende auf den Abschluss ihres Studiums und die anschließende Rückkehr konzentrieren.
Übergangsregelung für bestehende Visainhaber:innen
Personen, die sich derzeit unter dem alten „Duration of Status“-System in den USA aufhalten, wechseln automatisch in das neue System – mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von vier Jahren ab dem Inkrafttreten der Regel. Zuständig für die Umsetzung ist das Student and Exchange Visitor Program (SEVP), das dem U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) als Teil des DHS untersteht und Hochschulen, internationale Studierende sowie Austauschprogramme über das Student and Exchange Visitor Information System überwacht.
Kritik an der neuen Regelung
Die neue Regelung stößt bei US-amerikanischen Hochschulorganisationen auf deutliche Kritik. Zuzana C. Wootson, Deputy Director of Federal Policy at the Presidents’ Alliance of Higher Education and Immigration, bezeichnete die Regel in einer Mitteilung als „unnötig und redundant“: Internationale Studierende gehörten bereits zu den am strengsten überwachten Gruppen von Nichteinwanderungsvisa-Inhaber:innen in den USA und unterlägen schon jetzt einer rigorosen Kontrolle durch DHS und die Hochschulen selbst. Wootson weiter: „Sie (die neue Regelung) ist kontraproduktiv und wird unserer Wirtschaft und unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit letztendlich schaden“.
Fanta Aw, Geschäftsführerin von „NAFSA: Association of International Educators“, bezeichnete die neue Regelung in einem Statement als „eine fehlgeleitete und unnötige Kursänderung, die Unsicherheit, Bürokratie und Angst in ein System bringt, das seit langem gut funktioniert“. Sie führe zu einem „unnötigen Eingriff der Regierung in die akademische Entscheidungsfindung“.
Mit der Änderung der „Duration of Status“ führt die US-Regierung ihren Kurs der Einflussnahme auf die Wissenschaft und wissenschaftliche Einrichtungen fort. Laut des Academic Freedom Index Update 2026 nahm die Wissenschaftsfreiheit in den USA bereits deutlich ab. Die Zahl deutscher Studierender in den USA sinkt ebenfalls seit Jahren.
(mas)