Psychologie
Psychologiestudium boomt: Zahl der Erstsemester hat sich in zwanzig Jahren vervierfacht
- Rund 116.500 Studierende sind aktuell in Deutschland in einem Fach mit Psychologiebezug eingeschrieben, davon knapp 60 Prozent an Universitäten und 40 Prozent an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW).
- Die Zahl der Studienanfänger:innen ist von gut 3.000 im Wintersemester 2004/05 auf über 12.000 im Wintersemester 2024/25 gestiegen – eine Vervierfachung binnen zwanzig Jahren.
- Vier von fünf Studienanfänger:innen im Fach Psychologie sind Frauen.
- Wer als Psychotherapeut:in arbeiten möchte, braucht zwingend einen polyvalenten Bachelor an einer Universität und den anschließenden Master Klinische Psychologie und Psychotherapie – andere Studienangebote führen nicht zu dieser Berufsqualifikation.
Aktualisiert: 10.07.2026
Studienangebot massiv ausgebaut
© academics Grafik
Im Wintersemester 2024/25 studierten laut dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) rund 116.500 Menschen in Deutschland ein Fach mit Psychologiebezug. Dazu zählen sowohl das klassische universitäre Angebot als auch Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) wie etwa Wirtschaftspsychologie. Knapp 60 Prozent der Studierenden waren an Universitäten eingeschrieben, 40 Prozent an HAW.
Der starke Ausbau der Studienangebote, insbesondere an den HAW, hat die Zahl der Erstsemester deutlich erhöht. Lag sie im Wintersemester 2004/05 noch bei knapp über 3.000, waren es im Wintersemester 2024/25 mehr als 12.000 Studienanfänger:innen pro Jahr – eine Vervierfachung innerhalb von zwei Jahrzehnten. „Das Angebot an Studiengängen im Bereich Psychologie hat sich in Deutschland massiv verbreitert, unter anderem durch neue Studienangebote wie Angewandte Psychologie oder Wirtschaftspsychologie“, sagt Cort-Denis Hachmeister, Autor des CHE DatenCHECKs „Psychologie studieren“. „Aus einem stark nachgefragten Uni-Fach ist ein breites Studienfeld an privaten und öffentlichen Universitäten und HAW geworden.“
Regionale Unterschiede und Geschlechterverteilung
Bundesweit studieren rund vier Prozent aller Studierenden ein Fach aus dem gesamten Studienfeld Psychologie, einschließlich Wirtschafts- oder Angewandter Psychologie. Bei den „klassischen“ Psychologie-Studierenden an Universitäten liegt der Anteil bei 2,3 Prozent.
Im Verhältnis zur Einwohnerzahl zeigt sich eine besonders hohe Dichte in den Stadtstaaten. Spitzenreiter ist Hamburg mit 244 universitären Psychologie-Studierenden je 100.000 Einwohner:innen, gefolgt von Berlin mit 168 und Bremen mit 129.
Das Fach bleibt zudem stark weiblich geprägt: Im Wintersemester 2024/25 waren vier von fünf Studienanfänger:innen in Psychologie-Studiengängen Frauen.
Wer Therapeut:in werden will, muss das passende Studium wählen
An staatlichen Universitäten ist der Bachelor häufig zulassungsbeschränkt und läuft über ein bundesweit koordiniertes Zulassungsverfahren. Als Auswahlkriterium dient in der Regel die Abiturnote, zunehmend ergänzt durch das Ergebnis des bundesweiten Studieneignungstests für Psychologie (BaPsy-DGPs). Die Zulassungsverfahren für Psychologie-Angebote an HAW oder privaten Hochschulen laufen dagegen meist direkt über die jeweilige Einrichtung; private Hochschulen nutzen statt der Abiturnote häufig andere Kriterien wie ein Motivationsschreiben oder ein Bewerbungsgespräch.
Wer später als Psychotherapeut:in arbeiten möchte, benötigt jedoch zwingend den passenden universitären Studiengang: zunächst einen polyvalenten Bachelor, danach den Master Klinische Psychologie und Psychotherapie. Andere Studienangebote können fachlich interessant sein, eröffnen diesen Berufsweg aber nicht. „Psychologie ist nicht gleich Psychologie“, sagt Hachmeister. „Wer Psychotherapeut:in nicht als Berufsziel hat, findet heute viele Alternativen, etwa in Wirtschaftspsychologie oder Angewandter Psychologie. Wer Therapeut:in werden möchte, muss dagegen sehr genau auf Hochschulart, Studiengang und den dazu passenden Masteranschluss achten.“
Ein anderer Weg, um als Psychotherapeut:in arbeiten zu können, ist der über ein Medizinstudium. Fachärzt:innen können eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolvieren – ohne Psychologiestudium.
Über den CHE DatenCHECK
Der CHE DatenCHECK „Psychologie studieren“ bündelt Daten und Informationen zur Entwicklung des Studienfelds, zur regionalen Verteilung der Angebote, zur Zulassung und zum Weg in die Psychotherapie. Interaktive Karten zeigen unter anderem Standorte von Universitäten mit Psychologie-Angeboten sowie HAW mit Wirtschaftspsychologie-Angeboten. Erstellt wurde er von Cort-Denis Hachmeister und Luisa Weiser, auf Basis der Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes für das Wintersemester 2024/25.
(mas)